« Erweiterter Service für Erfinder - AGIT-Patentverwertungsplattform online | Hauptseite | Prof. Knut Urban vom Forschungszentrum Jülich erhält Beckurts-Preis »

Unternehmertalk im Monschauer HIMO: Dr. Volker Stich vom FiR und Michael Förster von Dürr Ecolean über Dienstleistungsqualität und den Standortfaktor Ländlichkeit.

Monschau. Für neues Leben im HIMO sorgt die Leiterin Silke Marczincik des Handwerkerzentrums in Monschau: Am Donnerstag lud sie Dr. Volker Stich vom Forschungsinstitut für Rationalisierung e. V. (FiR) und Michael Förster, Vertriebs- und Service-Leiter bei Dürr Ecoclean ,einem der größten Unternehmen im Monschauer Land, zum ersten Unternehmertalk. Das FiR unterstützt und berät Unternehmen beim Produktions-, Dienstleistungs- und Informationsmanagement, Dürr Ecoclean hilft vor allem der Autoindustrie mit Reinigungs- und Filtersystemen, Werkstücke für den Motoren- und Getriebebau absolut schmutzfrei zu halten.

Zwischen Unternehmensmanager und Wissenschaftler entwickelte sich im Gespräch eine spannende Tour d’ Horizont zu den Herausforderungen, die sich heute ein weltweit agierendes Unternehmen wie Dürr Ecoclean gegenübersieht. Es ging um die wettbewerbsentscheidende Rolle der Dienstleistung, um Dienstleistungsqualität und die Standortfaktoren, die Unternehmen in den ländlichen Raum ziehen und dort halten.

Einig waren sich beide Gesprächspartner darüber, dass Dienstleistungen unter den Bedingungen der Globalisierung der wettbewerbsentscheidende Faktor sind. Produkte sind schnell kopiert und werden von Unternehmen aus vielen Ländern in bester Qualität zu niedrigen Preisen angeboten. Dienstleistungen, zu denen neben Know-how auch eine dienstleistungsorientierte Mentalität und Unternehmenskultur gehören, lassen sich weit weniger gut imitieren. „Unser Wettbewerbsvorteil gegenüber asiatischen Unternehmen ist, dass wir weltweit einen hervorragenden Service bieten können. Unsere Konkurrenten können dies nur sehr eingeschränkt“, erläuterte Michael Förster. Industrieunternehmen müssten deshalb ihren Umsatzanteil, den sie über Dienstleistungen erwirtschaften, erheblich steigern. Heute beträgt er maximal 20 Prozent. Dr. Volker Stich machte sich in diesem Zusammenhang für ein Dienstleistungsgütesiegel stark, das Unternehmen mit Spitzen-Dienstleistungs- und Serviceprozessen auszeichnen solle.

Einen interessanten, eher selten zu hörenden Standortfaktor gab Michael Förster auf die Frage zur Antwort, warum sich ein weltweit agierendes Unternehmen ausgerechnet im ländlichen Monschau ansiedele: Hier könne man Mitarbeiter in Ruhe ausbilden, ohne dass eine hohe Fluktuation zu einem beständigen Know-how-Abfluss führe. Die Bindungen zwischen Mitarbeiter und Unternehmen seien in beiden Richtungen wesentlich fester als in einem städtisch geprägten Umfeld. Womit wir wieder bei der entscheidenden Dienstleistungsqualität wären, die eben nur mit einer entsprechenden Unternehmenskultur zu erreichen ist

Kommentar schreiben

(Wenn Du auf dieser Site noch nie kommentiert hast, wird Dein Kommentar eventuell erst zeitverzögert freigeschaltet werden. Danke für Deine Geduld.)