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IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2007: Konjunkturentwicklung weiter ungebremst

Aachen. Der wirtschaftliche Boom im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) setzt sich weiter fort. Die Geschäftslage bei den Unternehmen hat sich erneut verbessert und die Rekordwerte vom Jahresbeginn nochmals übertroffen. "Die Konjunktur zeigt sich in hervorragender Verfassung. Die Inlandsnachfrage ist stabil, der Export nimmt weiter zu und auch am Arbeitsmarkt ist der wirtschaftliche Aufschwung spürbar", so IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes zu den Ergebnissen der Konjunkturumfrage Frühjahr 2007, an der sich 326 Unternehmen mit 41.500 Beschäftigten beteiligten.

Die Geschäftslage hat zum zweiten Mal in Folge ein neues Rekord-Hoch erreicht. 57 Prozent aller Unternehmen schätzen sie als gut ein. Die Inlandsnachfrage ist eine tragende Säule der Konjunktur, aber auch die Außenwirtschaft hat sich trotz der aktuellen Schwäche des Dollars weiter verbessert. Die positive Entwicklung wirkt sich spürbar auf den Arbeitsmarkt aus. Die Geschäftserwartungen sind im Vergleich zum Jahresbeginn nahezu unverändert gut. "Die aktuellen Lohnvereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften haben Streiks verhindert. Dennoch hätten sich die Arbeitgeber ein Ergebnis gewünscht, das stärker auf erfolgsabhängige einmalige Sonderzahlungen gesetzt hätte, die die Unternehmen in einer späteren Phase des Abschwungs nicht belasteten", meint Jürgen Drewes.

Industriemotoren auf vollen Touren
Bei den befragten Industrieunternehmen laufen die Geschäfte weiterhin auf hohem Niveau. Dies zeigt sich in einem hohen Auslastungsgrad sowie in positiven Entwicklungen von Umsatz und Ertrag. 67 Prozent der Befragten berichten von einer guten Geschäftslage, 40 Prozent melden steigende Erträge. In drei von fünf Betrieben sind die Produktionskapazitäten zu mehr als 85 Prozent ausgelastet. Eine besonders positive Entwicklung verzeichnen die
Elektrotechnik, die Produzenten von Gummi- und Kunststoffwaren und der Maschinenbau. Auch bei den Dienstleistern hat sich die gute Geschäftslage weiter verbessert. Die Hälfte aller befragten Unternehmen berichtet von einer guten Geschäftssituation.

Einzelhandel setzt Hoch fort
Der Einzelhandel erfreut sich trotz Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn einer guten Geschäftslage. Die Hälfte der Einzelhändler mit Verbrauchsgütern und 42 Prozent der Einzelhändler mit Gebrauchsgütern schätzen ihre Situation als gut ein. Dies ist auch auf die Entspannung am Arbeitsmarkt und die damit gestiegene Konsumneigung zurückzuführen. Der Großhandel zeigt dagegen erste Rückgänge. Zwar melden immer noch 51 Prozent der Unternehmen eine gute Geschäftslage, dies entspricht jedoch einem Rückgang von zehn Prozentpunkten gegenüber der zurückliegenden Umfrage.

Aufschwung auf Dauer solide
Die Geschäftserwartungen haben sich nach einer sehr guten Entwicklung zum Jahresanfang erneut verbessert. "Die Aussichten sind weiterhin hervorragend und deuten auf einen langfristigen, soliden Aufschwung", äußert sich Jürgen Drewes. Der Export wird in den kommenden Monaten trotz starken Euro-Kurses und einer schwächelnden US-Wirtschaft weiterhin eine tragende Säule der Geschäftsentwicklung sein. 47 Prozent der Industrieunternehmen berichten von steigenden Auslandsaufträgen. Vor allem die Chemische Industrie, das Ernährungsgewerbe sowie die Elektrotechnik erwarten steigende Exporte.

Bauwirtschaft: Aufschwung nur von kurzer Dauer?

Trotz des milden Winters setzte sich der positive Schwung zum Jahresbeginn in der Bauwirtschaft nicht weiter fort. Zwar beurteilt noch jedes vierte Unternehmen seine gegenwärtige Geschäftslage als gut, gleichzeitig bezeichnet aber auch jedes fünfte Unternehmen seine Lage als schlecht. Trotz der rückläufigen Einschätzung der aktuellen Geschäftslage sind die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung im Bauhauptgewerbe weiter positiv. Vier von zehn Unternehmen erwarten aufgrund eines Anziehens privater und öffentlicher Bauaufträge eine günstigere Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten.

Investitionsklima bleibt gut

Der derzeitige wirtschaftliche Aufschwung wird weiter durch die (Inlands-) Investitionen vorangetrieben. Und der Trend wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen, da Kapazitätsengpässe neue Investitionen erfordern.


Weitere Entspannung am Arbeitsmarkt
Der konjunkturelle Aufschwung sorgt für eine verstärkte Belebung des Arbeitsmarktes. Die Beschäftigungsplanungen der befragten Unternehmen sind äußerst positiv. Vier von zehn Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten steigende Beschäftigtenzahlen. Im Kammerbezirk sank die Arbeitslosenquote seit Jahresbeginn auf 11,7 Prozent. Damit liegt die Quote allerdings weiterhin über dem Landes- und Bundesdurchschnitt von 11 Prozent bzw. 10,6 Prozent. "Trotz aller belebenden Effekte durch die gute Konjunktur müssen weiter alle Anstrengungen der Wirtschaftsförderung auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze gerichtet sein. Für die Region steht dabei das Thema Existenzgründung im Mittelpunkt", so Drewes. 70 Prozent aller Gründungsberatungen werden von der IHK geleistet. Deshalb wird dort auch eines der neuen StarterCenter eingerichtet.

StarterCenter unterstützen den Aufschwung
Fünf StarterCenter werden als neuer Baustein der GründerRegion Aachen einen optimierten Service bieten. Bei der IHK Aachen, der Handwerkskammer Aachen sowie in den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg stellen sie Informationen und Beratungsleistungen rund um das Thema Gründung bereit. Damit setzen die Kammern der gewerblichen Wirtschaft und die kommunalen Wirtschaftsförderer ein wichtiges Leitprojekt der NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben in die Tat um.

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