Mit der „A4-Initiative“ auf der Überholspur
Düren/Eschweiler/Stolberg/Würselen. Düren, Eschweiler, Stolberg und Würselen machen ab sofort gemeinsame Sache bei der Vermarktung ihrer Logistik-Gewerbeflächen – jetzt erstmals auf der Expo-Real in München.
Konkurrenz – so sagt man – belebt das Geschäft. Es kann aber auch dazu führen, dass man sich nicht mehr auf das Wesentliche konzentriert, sich verzettelt und schwächt. „Das wollen wir vermeiden, denn wir haben ein gemeinsames Ziel, dem wir verpflichtet sind: die Schaffung von neuen, zukunftssicheren Arbeitsplätzen,“ erklärt Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram und genau so sehen es auch seine Amtskollegen Paul Larue aus Düren, Ferdi Gatzweiler aus Stolberg und Werner Breuer aus Würselen.
Verbindendes haben die vier Städte entlang der Autobahn A 4 so einiges. Jetzt will man in Sachen Wirtschaftsförderung, Unternehmensansiedlung und Gewerbeflächenvermarktung noch enger zusammen rücken. Wichtiger Ansatzpunkt dabei ist die Logistikwirtschaft. Ein Standort in der Region Aachen – gerade an einer so wichtigen Verbindungsachse wie der A 4, die alle nordwest-europäischen Ballungsräume innerhalb einer LKW-Tagesreise miteinander verbindet, ist für die Unternehmen der Branche ein wichtiger Faktor. „Und wir brauchen uns mit unseren Potenzialen wirklich nicht zu verstecken“, weiß Dürens erster Bürger Paul Larue. „Wir haben hervorragende Ansiedlungsflächen und bieten in Sachen Wirtschaftsförderung das Gesamtpaket, das die Unternehmen brauchen.“
Wichtig aus Sicht der Kommunen ist dabei vor allem der arbeitsmarktpolitische Effekt der Logistikwirtschaft, denn bei moderner Warenhaltung, Umkonfektionierung und Distribution, der Warenverteilung im Vertrieb entstehen neue Jobs. „Und dies in einem Bereich in dem auch und gerade eher gering qualifizierte Beschäftigte eine Chance haben“, erläutert der Stolberger Bürgermeister Ferdi Gatzweiler und spricht damit eine Problematik an, die sein Würselener Kollege Werner Breuer aufgreift: „Bei allen Bemühungen um technologie- und innovationsorientierte Unternehmensansiedlungen dürfen wir eben nicht vergessen, dass nicht nur erstklassig ausgebildete Hochschulabgänger einen Arbeitsplatz suchen.“
Große Ziele, die aber nur mit vielen kleinen Schritten erfolgreich angegangen werden können. Den ersten in Sachen „A4-Initiative“ vollziehen die Bürgermeister jetzt auf der Expo Real in München, der weltweit größten Gewerbeimmobilienmesse. Zum Messestart Anfang Oktober reisen die „vier von der A 4“ mit einer frisch aufgelegten Informationsbroschüre im Gepäck. Vor Ort will man auf die Standortvorteile aufmerksam machen und auch bereits mit möglichen Investoren sprechen. Ein Vorstoß, der von der gemeinsamen Aachener Messepräsenz („1a aachen“) in München unterstützt werde, wie Detlef Funken vom Zweckverband StädteRegion Aachen unterstreicht.
Unterstützung erhalten die vier Städte auch von der regionalen Wirtschaftsförderungsagentur AGIT. Denn Ulrich Schirowski, bei der AGIT verantwortlich für die Regional- und Clusterentwicklung sieht in der „A4-Initiative“ einen ersten konkreten Ansatzpunkt für mehr. „Was die „A4-Initiative“ in Sachen zielgerichteter Kooperation hier vormacht, das sollten sich andere Kommunen durchaus als gutes Beispiel nehmen – und zwar nicht nur für den Logistikbereich.“ Die Möglichkeiten der gesamten Region Aachen mit ihrer Lage, den verkehrsinfrastrukturellen Erschließungen, den Flächenpotenzialen, den Möglichkeiten der Einbindung der Hochschulkompetenzen und vielem mehr, sei längst noch nicht ausreichend genutzt worden. Das Ziel müsse ein Logistik-Cluster sein, ein Ansatz der ggf. auch im Rahmen der NRW-EU Strukturfondsförderung unterstützt werden könnte. „Wenn wir uns gemeinsam neu positionieren, dann können wir unsere offensichtlichen Stärken ausspielen und als Logistik-Region Aachen im Konzert der Großen mitspielen.“
Ansprechpartner:
Ulrich Schirowski
AGIT mbH
Tel: +49 (0)241 963-1040
E-Mail: u.schirowski@agit.de