IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2007: Konjunktur weiter stabil auf hohem Niveau
Die Konjunktur im Kammerbezirk zeigt sich im Herbst weiterhin in bester Verfassung. Die Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) verzeichnet die höchsten Herbst-Werte seit dem Jahr 2000. Die hervorragende wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen Monaten hat sich stabilisiert und gegenüber der Frühjahresumfrage kaum verändert. Steigerungen sind in vielen Branchen aufgrund von Kapazitätsengpässen und Fachkräftemangel kaum noch möglich. "Die wirtschaftliche Situation in unserem Kammerbezirk ist sehr gut", so IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes zu den Ergebnissen der Konjunkturumfrage zum Herbst 2007, an der sich 326 Unternehmen mit 46.500 Beschäftigten beteiligten. Eine weitere Verbesserung der Geschäftslage wird allerdings von weniger Unternehmen erwartet als noch vor fünf Monaten. "Sicher belasten die Immobilienkrise in den USA und der starke Euro die Stimmung. Die Basis für eine Fortsetzung des Aufschwungs ist jedoch äußerst robust", meint Jürgen Drewes. So werden die Investitionen und die Beschäftigung weiter zunehmen.
Industrieproduktion am Anschlag
Bei den Industrieunternehmen der Region laufen die Geschäfte weiterhin auf sehr hohem Niveau. Dies zeigt sich in unverändert hohen Auslastungsgraden sowie in einer stabilen Entwicklung von Umsatz und Ertrag. 59 Prozent der Unternehmen berichten von einer guten Geschäftslage. Gleichzeitig melden lediglich zwei Prozent eine schlechtere Geschäftssituation. Annähernd jedes vierte Unternehmen konnte seine Ertragslage in den zurückliegenden sechs Monaten verbessern. Gleichzeitig hat sich die Produktionsauslastung gegenüber dem Frühjahr nochmals steigern können. 92 Prozent aller Industrieunternehmen haben eine Produktionsauslastung von über 70 Prozent; jedes zweite Unternehmen rechnet mit steigenden Auftragseingängen. Auch bei den Dienstleistern hat sich die Geschäftslage weiter verbessert.
Handel mit begrenztem Steigerungspotenzial
Im Handel hat sich die Geschäftslage nach den guten Werten im Frühjahr etwas abgeschwächt. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten sank im Einzelhandel von + 34 auf + 25. Dennoch bezeichnen nur acht Prozent der Einzelhandelsunternehmen ihre Geschäftslage als schlecht – weniger Unzufriedenheit hat es seit Beginn des Jahrtausends nicht mehr gegeben. Regional zeigt sich die Entwicklung unterschiedlich: Der Einzelhandel in der Stadt Aachen sowie im Kreis Euskirchen berichtet von einer guten Geschäftslage, im Kreis Euskirchen meldet jedes fünfte Unternehmen eine schlechte Geschäftslage. Gleiches gilt auch für den Großhandel im Kammerbezirk.
Geschäftserwartungen verlieren an Schwung
Die Geschäftserwartungen sind im Vergleich zum Frühjahr weiterhin gut. Dennoch ist die Anzahl der positiven Meldungen rückläufig, die Zahl der negativen Meldungen stieg dagegen leicht an. Der Export wird weiterhin eine tragende Säule der Geschäftsentwicklung bleiben. Annähernd jedes zweite Industrieunternehmen berichtet von steigenden Auslandsaufträgen.
**Personalaufbau nimmt weiter zu**
Auch in den kommenden Monaten ist mit Personaleinstellungen bei den Unternehmen im Kammerbezirk zu rechnen, auch wenn der enorme Schwung des Arbeitsmarktes seit Jahresbeginn leicht abnimmt. Jedes dritte Unternehmen erwartet in den kommenden zwölf Monaten steigende Beschäftigtenzahlen. Jedes fünfte Unternehmen hat gegenwärtig mehr Stellen zu besetzen als noch vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn verringerte sich die Arbeitslosigkeit in der Region Aachen stärker als im Bundes- und Landesdurchschnitt von 12,2 Prozent im Januar auf 10,2 Prozent. Somit liegt die Region nur noch knapp über dem Durchschnitt des Landes Nordrhein-Westfalen (10,0 Prozent). Die Besetzung offener Stelle wird für die Unternehmen zunehmend schwierig. Hintergrund ist hier unter anderem der Mangel an fachlich qualifiziertem Personal. Als Reaktion auf diesen Fachkräftemangel wollen die Betriebe wieder mehr in Aus- und Weiterbildung investieren.