Verabschiedung von AGIT-Geschäftsführer Bernd Thomas
Aachen. Am 22. Oktober fand im Technologiezentrum am Europaplatz Aachen (TZA) die offizielle Verabschiedung des langjährigen AGIT-Geschäftsführers Bernd Thomas statt, an der über 160 geladene Gäste teilnahmen. Dr. Michael Stückradt, Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes NRW und Karl-Heinz-Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, ließen es sich nicht nehmen, Thomas für sein Engagement und seinen Einsatz persönlich zu danken. Aachens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden schilderte Thomas Erfolge in der internationalen Positionierung der Region Aachen und bei den unter seiner Leitung erfolgten Ansiedlungen. Dieter Philipp, Aufsichtsratsvorsitzender der AGIT, skizzierte die Entwicklungen der Gründer- und Technologiezentren als Katalysator für technologieorientierte Unternehmen, an denen Thomas maßgeblich beteiligt war. Im Anschluss an die Verabschiedung von Bernd Thomas wurde sein Nachfolger Dr. Helmut Greif eingeführt. Er wird seine Tätigkeit ab 1. November beginnen.
Bernd Thomas war fast 19 Jahre Geschäftsführer der AGIT und verkörpert wie kein anderer das Unternehmen und seine Mission. Im Januar 1989 nahm er seine Tätigkeit als Vorsitzender der AGIT-Geschäftsführung auf. „Wir haben mit der AGIT ein Entwicklungsinstrument in der Hand, um das uns viele beneiden. Es hängt wohl auch damit zusammen, dass alle Partner einmütig zusammenarbeiten“, sagte Thomas kurz nach seiner Berufung zum Vorsitzenden. Der damals 46-jährige war zuvor langjähriger Verwaltungsdirektor des Aachener Klinikums. Ab 2002 wurde er alleiniger Geschäftsführer der AGIT. Fachliches Wissen, die Affinität zur Technologieregion Aachen und die Begeisterung für die europäische Idee qualifizierten ihn damals wie heute für diese Position.
In den Anfangsjahren hat es Bernd Thomas nicht nur verstanden, die regionalen Zentren TZA und MTZ in Aachen aufzubauen und zu entwickeln, sondern auch insgesamt an dem Netzwerk der Gründerzentren in der Region erfolgreich mitzuwirken.
„Im Gefolge der Gründung der AGIT 1984 mit dem Technologiezentrum Aachen und dem nachfolgenden Medizintechnischen Zentrum auf insgesamt 18.500 qm Fläche kann man wirklich von der Lokomotive für diese gesamte Entwicklung in der Region sprechen“, so Dieter Philipp.
Auch die Gründungszahlen selbst sprechen hier für sich: 372 Unternehmen, davon 292 technologieorientierte Existenzgründungen, haben eine Heimat zunächst im TZA und dem MTZ gefunden. Zurzeit sind 114 Firmen in den beiden Häusern ansässig. Diese beschäftigen heute schon ca. 950 Mitarbeiter, was sicher in der heutigen Gründersituation eine beachtliche Leistung ist.
Unter Thomas hat sich die AGIT kontinuierlich weiterentwickelt. Er war insbesondere für die so genannte „Technologieorientierte Wirtschaftsförderung und Ansiedlungswerbung“ zuständig. Unter seiner Leitung haben sich Unternehmen wie das Ericsson Eurolab oder das Ford Forschungszentrum Aachen in der Region Aachen angesiedelt. Dr. Frode Maaseidvaag, der damalige Direktor des Ford Forschungszentrums, sagte anlässlich des ersten Spatenstiches:
„Nicht nur die Zusammenarbeit mit der Stadt hat seit 1994 vorzüglich funktioniert. Zudem sitzen bei der AGIT die besten Manager im Technologietransfer-Bereich Europas“.
Die AGIT hat von 1989 bis heute über 100 überwiegend ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in der Region Aachen unterstützt. In den jüngsten Jahren sind hervorzuheben: das europäische Dienstleistungszentrum Quanta Computer Germany des taiwanesischen Unternehmens in Aachen, das japanische Denso Aachen Engineering Center in Wegberg-Wildenrath und das amerikanische Unternehmen Cardinal Health in Baesweiler. Von den über 100 Ansiedlungen sind derzeit noch die Hälfte in der Region ansässig. Insgesamt wurden von den Firmen in der Region Aachen 2731 Arbeitsplätze geschaffen.
Ab Mitte der 1990er Jahre in der Phase nach der Wiedervereinigung wurde es schwieriger, ausländische Unternehmen für den Standort Deutschland zu interessieren. Da war es nur richtig, den Fokus noch stärker auf das endogene Potenzial zu lenken und High-Tech-Unternehmen und Dienstleister mit verschiedenen Maßnahmen zu unterstützen. Angesichts des fortschreitenden Strukturwandels und den damit verbundenen Herausforderungen wurde 1995 die umfassende Fortschreibung des Regionalen Entwicklungskonzepts beschlossen, die von der Regionalkonferenz 1999 verabschiedet wurde. Ein Kernstück des Konzepts war die Stärkung der besonderen technologieorientierten Kompetenzen, die treibende Kräfte im Innovationsprozess der Region Aachen sind: Cluster Informations- und Kommunikationstechnologien, Automobiltechnik/Schienentechnik und Life Sciences. Kriterien für die Auswahl waren eine möglichst vollständige Wertschöpfungskette, hohes Wachstumspotenzial und die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Entsprechend dieser Richtschnur hat die AGIT konsequent auf die Förderung zukunftsweisender Technologiefelder in der Region gesetzt.
Schon zu Beginn seiner Karriere bei der AGIT hat Thomas erkannt, dass der Aktionsradius der Region Aachen zur Erreichung bestimmter Ziele zu klein war. Über die Jahre sind unter seiner Leitung enge Partnerschaften u. a. zu den euregionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften LIOF, SPI+, WfG Ostbelgien und GOM (heute: POM) sowie vielen weiteren Partnern aufgebaut worden. Ein Schwerpunkt der grenzüberschreitenden Kooperation der AGIT lag auf der Stärkung der gemeinsamen Kompetenzen in den Technologiefeldern. Den Anfang machte die AGIT in den Life Sciences.
Auch zu den europäischen Einrichtungen hat die AGIT unter der Ägide von Thomas beste Kontakte geknüpft. Es ist nicht zuletzt seinem leidenschaftlichen Einsatz zu verdanken, dass die Region Aachen in Europa einen so guten Ruf und ein so klares Profil als innovative, technologieorientierte und grenzüberschreitend arbeitende Region genießt. Sein internationales Denken hat die AGIT und die Region Aachen entschieden geprägt.
„Bernd Thomas hat ganz entscheidend ein Stück Internationalität in die Region Aachen gebracht“, sagte Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden. „Sein Name steht für erfolgreiche Ansiedlungen, für wirtschaftlichen Optimismus und hohes Engagement.“