AGIT-Pressebrunch: „Rückblick 2007 - Ausblick - Einblick“
Aachen. Gründen. Ansiedeln Fördern. - Unter diesem Motto hat die AGIT im vergangenen Jahr wieder einige Erfolge erzielt:
Gründen. - Die Anzahl der technologieorientierten Gründungen in der Region Aachen ist nach wie vor überdurchschnittlich hoch. Im Jahr 2007 konnte die AGIT alleine 28 technologieorientierten Unternehmern in die Selbstständigkeit verhelfen. Diese Gründer wollen im ersten Jahr 133 Arbeitsplätze in der Region schaffen – dies entspricht einer Steigerung von etwa 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Investitionsvolumen der Firmen liegt bei über 26 Millionen Euro. Die Branchen, in denen die Gründer tätig sind, sind Informations- und Kommunikationstechnologien (50 Prozent), Produktionstechnik sowie Automotive, Life Sciences und Moderne Werkstoffe.
Im vergangenen Jahr konnte die AGIT mehr als 140 Unternehmen zum Thema „Innovationen“ (Schutzrechte, Patente etc.) beraten. Um den Kunden einen noch besseren Service zu bieten, wurde erstmals ein umfassendes Handbuch „Wirtschaftliche Erfolge mit Schutzrechten“ veröffentlicht.
Im Projekt Next AC, in dem potenzielle Existenzgründer aus dem Dienstleistungsbereich qualifiziert werden, sind 50 Gründungen bis Ende 2007 zu verzeichnen, was einer Gründungsquote von 50 Prozent entspricht.
2007 entschieden sich zwölf Unternehmen für einen Firmensitz im Technologiezentrum am Europaplatz Aachen TZA und zwei Unternehmen für das Medizintechnische Zentrum Aachen MTZ. Somit 89 Firmen im TZA und 27 im MTZ ansässig. „Dass die beiden Häuser als erste Adresse für technologieorientierte Existenzgründer in Aachen gelten, spiegelt sich in den Auslastungsquoten wider“, so Dr. Helmut Greif, AGIT-Geschäftsführer. „Das TZA war durchschnittlich zu 97 Prozent ausgelastet, und im MTZ konnte die durchschnittliche Auslastungsquote auf 94 Prozent gesteigert werden. Im Juni 2007 wurde hier sogar erstmals eine hundertprozentige Auslastung erzielt!“, so Greif weiter.
Die AGIT ist Mitglied im Netzwerk der 13 Technologie- und Gründerzentren (TGZ) in der Region Aachen. Viele Unternehmen entschieden sich auch 2007 wieder für einen Firmensitz in einem der TGZ. Ende letzten Jahres waren 460 Firmen in den Zentren ansässig, davon 239 Gründer und 221 Gewerbetreibende. Mit insgesamt über 5.400 Mitarbeitern sind im vergangenen Jahr 11 Prozent mehr Arbeitsplätze in den Zentren geschaffen worden. Von den Gründungen waren 78 Unternehmen Spin-offs aus RWTH Aachen und Fachhochschule Aachen, von denen wiederum 92 Prozent im direkten Umfeld der Hochschulen im TZA und im MTZ in Aachen sowie im Technologiepark Herzogenrath TPH gestartet sind.
Ansiedeln. - Im Jahr 2007 betreute die AGIT 49 potenzielle Investoren. In 47 Fällen kam es zu konkreten Nachfragen nach Flächen oder Immobilien. Bereits sechs Entscheidungen sind für Standorte in der Region gefallen, fünf davon konnten bisher realisiert werden.
Knapp die Hälfte der Anfragen wurde über eigene Akquisitionstätigkeiten und unter Bezug auf die Internetseite www.technologieregion-aachen.de generiert. Durch die erfreulicherweise stark gestiegene Nutzung des Internet-Auftritts sind die Firmen viel besser vorinformiert als vor einigen Jahren. Dies liegt nicht zuletzt an dem eigens entwickelten und in den Auftritt integrierten Standortinformationssystem GISTRA, welches tagesaktuelle Daten zu Gewerbeflächen in der Region liefert. Die übrigen Anfragen entstanden durch und in enger Kooperation mit relevanten Netzwerken, wie beispielsweise mit der Wirtschaftsförderung des Landes NRW.invest, der IHK Aachen, der RWTH Aachen und den Kommunen der Region.
Die Ansiedlungsinteressenten stammen zu 75 Prozent aus europäischen Staaten. Der Standort Region Aachen stellt zunehmend einen interessanten Alternativ- bzw. Erweiterungsstandort für innerdeutsche Verlagerungen und betriebliche Erweiterungen dar. Weitere Unternehmenskontakte gab es nach Nord- und Südamerika, Australien und China.
Als ein wichtiges Instrument für das Standortmarketing hat sich der Euregionale Informations-Service EIS entwickelt. Dieser bietet aktuelle und grenzüberschreitend vergleichbare Daten und Metadaten in den Bereichen Bevölkerung, Geographie, Gesundheit, Bildung, Arbeit, Wirtschaft, Mobilität, Tourismus und Innovation.
Fördern. - Die Region Aachen befindet sich in einer wichtigen Phase für eine nachhaltig regionale Wirtschafts- und Strukturentwicklung. 2007 wurden die entscheidenden Weichenstellungen vorgenommen, um diese Entwicklung im Rahmen der neuen „NRW-EU Strukturfonds Förderperiode 2007-2013“ zielgerichtet voran zu bringen.
Die AGIT ist seit Jahren in der Entwicklung neuer Technologiefelder, Neudeutsch „Cluster“, der Region tätig. Zurzeit beteiligt sie sich am Aufbau der beiden neuen Technologiefelder „Holz“ und „Logistik“.
Neben der Förderung der Unternehmensentwicklung wurde nun auch die Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen als ganzheitliche Förderphilosophie in das Angebot der AGIT aufgenommen. Im Rahmen der Regionalagentur Aachen wurden arbeitspolitische Programme zwischen der Region und NRW gesteuert. Zu einer Erfolgsstory entwickelte sich der Bildungsscheck NRW: Die zehn Bildungsberatungsstellen in der Region Aachen haben 2007 mehr als 5.550 Gespräche mit Unternehmen und Beschäftigten geführt und 11.360 Bildungsschecks ausgegeben.
Ausblick
Die Kooperationen im Bereich des Großraumes Aachen, der über die nationalen Grenzen hinausreicht - der „Greater Aachen Area“ - entwickeln sich weiterhin gut. Auch der erweiterte euregionale Raum, der sich in der Zusammenarbeit der Städte Eindhoven, Leuven und Aachen (ELAt) konkretisiert, zeigt erste Ergebnisse einer großräumigen Positionierung der Region. „Diese länderübergreifenden Aufgaben und Projekte können sich zunehmend zu einem nationalen und europäischen Standortvorteil entwickeln.“, so Dr. Helmut Greif. „Hierauf muss die Vermarktung der Region im internationalen Raum eingestellt werden – eine Aufgabe der AGIT für die nächsten Jahre.“
Einblick
2007 war auch ein Jahr des Abschieds und des Neubeginns. Bernd Thomas, der die AGIT in seiner 19-jährigen Tätigkeit als Geschäftsführer erfolgreich zu einer der bedeutendsten Einrichtungen für Regionalentwicklung in Deutschland gemacht hat, verabschiedete sich in den Ruhestand. Sein Nachfolger, Dr. Helmut Greif, trat im November 2007 seine Nachfolge an.
Foto: Dr. Helmut Greif (links), seit November 2007 AGIT-Geschäftsführer, und Dieter Philipp, Aufsichtsratsvorsitzender der AGIT
