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Gemeinsam für Gesundheit

Raum Aachen will Modell-Gesundheitsregion sein • Gesundheitswirtschaft: Jobmotor • Vernetzung der Akteure beginnt • 1. Forum Gesundheitswirtschaft der Region Aachen am 19. Mai

REGION AACHEN. Die Gesundheitswirtschaft bietet trotz laufender Strukturveränderungen wie kaum eine andere Branche ein breites Spektrum an wirtschaftlichen Aktivitäten und Arbeitsplätzen. Sie hat damit gute Chancen, unter anderem zum zentralen Beschäftigungsmotor der Region Aachen mit der kreisfreien Stadt Aachen und den Kreisen Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg zu werden. In 46 Städten und Gemeinden leben in der Region 1,3 Millionen Menschen.
Neben Ostwestfalen-Lippe, dem Ruhrgebiet, dem Münsterland und Köln/Bonn ist der Raum Aachen von Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann zur "Gesundheitsregion" ausgerufen worden. Das langfristige Ziel ist es, die regionalen Akteure im Gesundheitsbereich miteinander zu vernetzen und gemeinsame gesundheitswirtschaftliche Aktivitäten strategisch zu bündeln.

Forum am 19. Mai

Mit dem "1. Forum Gesundheitswirtschaft der Region Aachen" am Montag, 19. Mai, im Technologiezentrum am Aachener Europaplatz wird eine erste Plattform geschaffen, um die Gesundheitsregion Aachen mit Inhalten und Leben zu füllen. Die Akteure der Gesundheitswirtschaft sind zur Teilnahme aufgefordert und werden dabei mit Minister Karl-Josef Laumann zusammentreffen. Unter anderem in vier Fachforen werden vier gesundheitswirtschaftliche Themenbereiche in den Blick genommen, die die intensivierten Aktivitäten in der Gesundheitsregion auch künftig umreißen: "Technologie – Von der Idee bis zur Umsetzung", "Gesundheitstourismus - Regionale Angebote und Entwicklungsperspektiven", "Pflege/Demographie - Pflege der Zukunft - Zukunft der Pflege" und "Grenzenüberschreitende Zusammenarbeit - Grenzenlos Gesund!" Anmeldungen für die von 9.30 bis 16 Uhr dauernde Veranstaltung sind bei der AGIT mbH, Doris Müller, Telefon (0241) 963-1020, email: d.mueller@agit.de, möglich. Nähere Informationen finden sich unter www.gesundheitswirtschaft-aachen.de.

Technologie

Die technologischen Impulse der Gesundheitsregion Aachen entstehen in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen, allen voran der RWTH Aachen, der Fachhochschule Aachen, dem Forschungszentrum Jülich und den zahlreichen weiteren privaten und öffentlichen Forschungs- und Entwicklungszentren. Zahlreiche Traditionsunternehmen sind in Sachen Medizin- und Biotechnologie in der ganzen Welt bekannt. Die zweitausendjährige Bade- und Kurtradition in Aachen erhält zudem durch die landesweit höchste Quote von neu gegründeten Unternehmen in medizinischen und medizinnahen Bereichen ständig neue Impulse.
Außerdem ist die Region Aachen ein Tummelplatz der Wissenschaft: Zum Beispiel gibt es hier vier Fraunhofer-Institute; in der Region Aachen leben ein Prozent der Einwohner Deutschlands, aber zehn Prozent der Wissenschaftler. Bahnbrechende Ergebnisse in der Herz- und Hirnforschung oder etwa in der Orthopädie der Zukunft weisen die Forschungs- und Entwicklungs-Kompetenz nach.
Bislang konnte die Gesundheitswirtschaft allerdings selten direkt und regional von der technologischen Stärke profitieren oder gar selbst Impulse liefern. Der Hintergrund: Eigentlich miteinander zu verknüpfende Bereiche sind noch zu stark voneinander getrennt. Die lokale Forschung liefert so Ergebnisse, die eher international für Aufmerksamkeit sorgen als in der Region. Zu selten wird die hiesige Forschungs- und Entwicklungslandschaft direkt aufgefordert, sich konkret regional wirksamen Lösungen zuzuwenden. Mit dem Aufbau der Gesundheitsregion Aachen soll diese Separation überwunden werden - zum Vorteil der Patienten, denen Technologie und Innovation letztlich in optimaler Versorgung zugute kommen.

Gesundheitstourismus

Die namensgebenden Thermalquellen begründen historisch die Anfänge einer breiten Wahrnehmung Aachens als Ort der Gesundheit. Heute stellt sich der Bäderstandort mit dem rheumatologischen und orthopädischen Schwerpunkt im Kurwesen und der Rehabilitation mit einem ausgezeichneten nationalen und internationalen Renommee dar. Kein Wunder also, dass jährlich rund 4.000 Gastpatienten nicht nur aus dem angrenzenden Ausland, sondern bis hin zum arabischen Raum und den ehemaligen GUS-Staaten in Aachen behandelt werden. Zu beobachten ist, dass nicht nur der ausgezeichnete Ruf der gesundheitswirtschaftlichen Einrichtungen die Patienten in die Gesundheitsregion Aachen lockt: Umfassende allgemeintouristische Aktivitäten wie am Rursee oder im Nationalpark Eifel, gestützt durch die vielfältigen Ansätze des Programms "Aktiv und Gesund", haben weit wirkende Anziehungskraft, fördern Bekanntheitsgrad und positives Image der Region und erleichtern somit den Schritt, sich fernab der Heimat medizinisch versorgen zu lassen.

Pflege

Der demographische Wandel mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft belegt die Notwendigkeit, der "Pflege der Zukunft" ein besonderes Augenmerk zu widmen. Wie werden Städte, aber insbesondere auch der ländliche Raum künftig mit Pflege und ärztlichen Leistungen versorgt werden können? Gute Ideen wie "Pro 8" zeigen auf, dass im Bereich Pflege noch längst nicht alles erfunden ist. Bei Pro 8 handelt es sich um eine Einrichtung für Demenzkranke in Erkelenz, deren bauliche Form auf einer "Acht" beruht und in einem "unendlichen Rundgang" an Demenz erkrankten Heimbewohnern maximale Bewegungsfreiheit ermöglicht - ein Konzept mit weltweiter Strahlkraft.

Grenzen überschreitende Zusammenarbeit

Die Grenzlage Aachens im Dreiländereck ist zudem ein hervorragender Nährboden für zahlreiche, grenzüberschreitende Aktivitäten, wenn Internationalität als Chance verstanden und genutzt wird. Beispiele sind das Europäische Universitätsklinikum als Verbund und Infrastruktur zwischen dem Aachener und dem Maastrichter Universitätsklinikum zur gemeinsamen Forschung, Lehre und Versorgung oder das Eindhoven-Leuven-Aachen-Triangle (ELAT) als Zusammenschluss zur grenzüberschreitenden Technologieentwicklung.
Das Telemedizin-Projekt Med-on-@ix wird international interessiert beobachtet, weil es weltweit eines der größten Forschungsprojekte ist, das die Bereiche eHealth und vorklinische Notfallmedizin verknüpft. Hier wird das Potenzial der Internationalisierung besonders deutlich:
eine europäische Vereinheitlichung gesundheitlicher Strukturen, beginnend mit einer grenzüberschreitenden Kooperation in der präklinischen Notfallversorgung.

Die Organisation der Gesundheitsregion

Der REGIO Aachen e. V. - als Partner für die regionale Abstimmung und Koordination der Zusammenarbeit in der Region und über die Staatsgrenzen hinweg -, die AGIT mbH und die Regionalagentur Aachen als regionale Wirtschaftsförderungsinstitutionen sind die treibenden Kräfte der Gesundheitswirtschaftsregion Aachen. Unterstützt werden sie dabei von den Akteuren aus Stadt und Region Aachen. Ein zentraler Lenkungsausschuss wird von vier Fachausschüssen beraten und in der operationalen Umsetzung des Leitbildes unterstützt. Das Thema Gesundheit ist bislang in drei Ausschüssen jeweils an prominenter Stelle gesetzt: Die Fachausschüsse "Regionale Wirtschaft und Strukturentwicklung", "Arbeit, berufliche Bildung und Qualifizierung" sowie "Familie, Gesundheit und Soziales" haben jeweils aus ihrem speziellen Blickwinkel Projekte angestoßen. Der Raum Aachen will sich auf diesem Weg zu einer Modell-Gesundheitsregion entwickeln, in der die Verknüpfung von Partnern entlang von Prozessketten in der Gesundheitswirtschaft professionell, systematisch und aktiv in einzigartiger Weise betrieben wird.

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