« April 2009 | Hauptseite | Juni 2009 »

28.05.09

1.300 Jugendliche informieren sich in den Aktionswochen - Im BGZ lernen Schüler das Handwerk kennen

Simmerath. Hilfe bei der Berufswahl und -orientierung: Im Bildungszentrum BGZ Simmerath der Handwerkskammer für die Region Aachen nutzen in diesem Frühjahr rund 1.300 Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Einblicke in handwerkliche Berufe zu erhalten. Während der 21. Aktionswochen der offenen Tür legen die Mädchen und Jungen unter Anleitung der Ausbildungsmeister wieder selber Hand an und probieren ihre praktischen Fähigkeiten aus.

"In unseren Werkstätten bieten wir Schülerinnen und Schülern die Chance, die Arbeit im Handwerk und die Anforderungen der einzelnen Berufe persönlich kennen zu lernen", erläutert Manfred Frohn, Geschäftsführer der Handwerkskammer für die Region Aachen und zuständig für ihre Bildungszentren. Diese Erfahrungen erleichtern den Jugendlichen die Berufswahl.

Bei den 72 Führungen im BGZ erhalten die Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 7 bis 10 von Real-, Haupt- und Förderschulen sowie drei Berufsvorbereitungseinrichtungen und einem Gymnasium aus dem gesamten Wirtschaftsraum Aachen wichtige Informationen über die Ausbildungswege und die Aufstiegsmöglichkeiten im Handwerk. Im Bildungszentrum BGZ können sie die Berufe, in denen dort überbetrieblich ausgebildet wird, hautnah erleben. Dazu gehören Bäcker, Beton- und Stahlbetonbauer, Dachdecker, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Maurer, Straßenbauer, Stuckateur, Tischler, Zimmerer und Bäckereifachverkäuferin. Darüber hinaus informiert das BGZ über das Duale Ausbildungssystem im Handwerk, die einzelnen Aufgaben des BGZ, die Leistungen der Ausbildungsberatung der Kammer und des Berufsinformationszentrums der Agentur für Arbeit. Außerdem berichten Lehrlinge, die im BGZ ausgebildet werden, und ihre Ausbildungsmeister über den Arbeitsalltag im Handwerk.

Arbeiten wie ein Handwerker
Sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken - mit allen Sinnen können die Jugendlichen bei den Meistern und Lehrlingen auf Entdeckungstour gehen. Sie haben dabei Gelegenheit, ihnen über die Schulter zu schauen und mitzumachen, indem sie zum Beispiel einen Dachschiefer in Form bringen, ein Brot backen, einen Balken zuschneiden oder Fliesen setzen. Ihre Betreuer erhalten derweil druckfrisch den neuen Lehrstellenatlas der Kammer, in dem alle Betriebe aufgeführt sind, die im Kammerbezirk ausbilden können.

Für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler gibt es in diesem Jahr einen weiteren Anreiz in Form eines Gewinnspiels. Durch das Beantworten der Fragen, die sich alle auf das BGZ und seine Kurse bezieht, werden die gewonnenen Eindrücke vertieft. Wer das Lösungswort findet und bei der Auslosung ein wenig Glück hat, gewinnt ein wertvolles Gerät - ein i Pod.

Als Instrument zur gezielten Nachwuchswerbung bezeichnet Frohn die Führungen, die während der Aktionswochen im Bildungszentrum BGZ Simmerath angeboten werden. Auch für die Handwerksbetriebe in der Region seien die Informationsveranstaltungen von großem Nutzen. Denn ein Jugendlicher, der sich bewirbt und sich vorher ausführlich über die Anforderungen informiert hat, wird später sicher nicht überrascht sein oder gar enttäuscht.

Das Handwerk bietet Jugendlichen gute Chancen und Perspektiven. Die 15.500 Mitgliedsunternehmen der Kammer suchen nämlich verstärkt nach talentiertem Nachwuchs, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. In vielen Branchen fehlt es an qualifiziertem Personal, das sich auf dem Arbeitsmarkt kaum noch finden lässt. Vor allem in den Bau- und Ausbaugewerken werden Fachkräfte dringend gesucht.

Schließung der Vetrotex GmbH in Herzogenrath

Herzogenrath. Die Firmenleitung der Vetrotex Deutschland GmbH hat heute in einer Betriebsversammlung die Belegschaft über die beabsichtigte Werksschließung informiert. Bürgermeister Christoph von den Driesch wurde darüber von der Werksleitung informiert. „Ich bedauere diesen Schritt der Pariser Konzernleitung, habe aber schon seit einiger Zeit entsprechende Befürchtungen gehabt.“ Auf der Grundlage der bereits in der jüngeren Vergangenheit geführten intensiven Gespräche mit der Werksleitung war für mich erkennbar, dass die anhaltend schlechte Auftragslage eine Aufrechterhaltung der Fertigung in Herzogenrath sehr schwierig machen würde. Die Situation wurde durch die anhaltende Rezession mit dem nunmehr festzustellenden Ergebnis noch weiter verschärft. Die Werksleitung hat allerdings signalisiert, dass die Produktion bis Ende 2009 aufrecht erhalten bleibt. Darüber hinaus sollen Gespräche mit dem Betriebsrat zwecks Ausarbeitung von Sozialplänen aufgenommen werden

Darüber hinaus sollen Gespräche mit dem Betriebsrat zwecks Ausarbeitung von Sozialplänen aufgenommen werden. Bürgermeister Christoph von den Driesch spricht sich in diesem Zusammenhang dafür aus, einen Runden Tisch zu bilden, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten: „Ich stelle mir vor, dass dieser Runde Tisch eine Vernetzung von staatlichen Institutionen, Beschäftigungsgesellschaften und Fachleuten meiner Verwaltung dazu beitragen könnte, zeitnah und in einem vernünftigen Rahmen sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Menschen zu entwickeln. Sowohl die Werksleitung als auch der Betriebsratsvorsitzende haben diese Idee in Telefonaten heute Nachmittag ausdrücklich begrüßt.“ Gleichzeitig möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Sparten Glas und Sekurit des Konzerns Saint Gobain in Herzogenrath nicht betroffen sind. Im Gegenteil konnte die vorübergehend eingerichtete Kurzarbeit in Herzogenrath wieder zurückgenommen werden. Der Konzern hat sich hinsichtlich seiner Fertigung ausdrücklich für den Standort Herzogenrath ausgesprochen.

Quelle: Stadt Herzogenrath - Pressestelle

Innovationspreis Region Aachen 2009: Jetzt Bewerbung einreichen - Frist bis 31. August!

Pressemeldung der Agit

Region Aachen. Ende Mai wurde in Euskirchen der offizielle Startschuss zur Bewerbung um den diesjährigen Innovationspreis Region Aachen gegeben: Unternehmen aus den Kreisen Düren, Euskirchen, Heinsberg und aus der StädteRegion Aachen sind wieder aufgerufen, ihre Innovationskraft und Kreativität unter Beweis zu stellen.

Der mittlerweile zum vierten Mal gesamtregional ausgelobte Preis wird in den drei Kategorien Gründung, Wachstum und Handwerk vergeben und ist mit jeweils 5 000 Euro dotiert. Gesucht werden Spin-offs und Unternehmen, die nicht älter als fünf Jahre sind, Firmen, die älter als fünf Jahre sind und den Bereichen Industrie und Dienstleistungen zuzuordnen sind, sowie innovative Handwerksunternehmen.

Günter Rosenke, Landrat des Kreises Euskirchen und diesjähriger Vorsitzender des Innovationspreis-Kuratoriums, eröffnete offiziell die Bewerbungsphase: „Mit diesem Preis zeichnet die Region Aachen innovative Entwicklungen aus Technologie, Handwerk, Dienstleistung und Gewerbe aus, die für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Region Aachen von Bedeutung sind. In den letzten Jahren haben regionale Unternehmen bereits ihre Innovationskraft unter Beweis gestellt. Auch in diesem Jahr sind wir wieder zuversichtlich, viele interessante Bewerbungen zu erhalten!“

Dr. Helmut Greif, Geschäftsführer der regionalen Wirtschaftsförderungsagentur AGIT und Kuratoriumsmitglied, machte den Bewerbungsablauf deutlich: „Für die Bewerbung muss jedes Unternehmen bis zum 31. August seine Innovation anhand definierter Kriterien, wie beispielsweise Alleinstellungsmerkmal, Kundennutzen oder wirtschaftliche Auswirkungen für das Unternehmen, kurz beschreiben. Im Anschluss wird das Kuratorium die Innovationsfähigkeit prüfen und Ende September die neun nominierten Unternehmen der Öffentlichkeit bekannt geben. “

Am 20. November werden diese Innovationen in feierlichem Rahmen im Krönungssaal des Aachener Rathauses präsentiert. Danach wird jeweils ein Unternehmen pro Kategorie ausgezeichnet.

„Die Nominierten erhalten durch die Öffentlichkeitswirksamkeit des Preises kostenlos Werbung“, so der Landrat. „Neben Veröffentlichungen in regionalen und nationalen Medien wird von jedem nominierten Unternehmen ein professioneller Kurzfilm gedreht, der den Firmen nach der Preisverleihung zur Verfügung gestellt wird.“ Außerdem könnten Bewerber auch von dem positiven Renommee des Innovationspreises profitieren, was ihnen ggf. bei Finanzierungsgesprächen oder bei der Kooperationssuche Zugute käme, so der Landrat weiter.

Der innovative Aspekt kann bestehen in der Entwicklung neuer Technologien, in betrieblichen Maßnahmen zur Verbesserung des Umweltschutzes und der Energieversorgung, in neuen Ansätzen zur Schaffung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen oder zur besonderen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, in neuen Lösungen zur Verbesserung betrieblicher oder öffentlicher Infrastruktur sowie in Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu einzelnen Problemen der Stadt- und Regionalentwicklung.

Das Bewerbungsformular steht im Internet unter www.innovationspreis-region-aachen.de als Online-Formular, pdf-Dokument oder Microsoft word-Vorlage zur Verfügung.

Dem Kuratorium gehören neben den Verwaltungsspitzen der Gebietskörperschaften der Region Aachen und den Hauptgeschäftsführern der beiden Kammern unter anderen die Rektoren der Hochschulen sowie weitere Vertreter von Forschungseinrichtungen, Unternehmerverbänden, des Gewerkschaftsbundes und der AGIT an.


KURZINFO zur Bewerbung

Einsendeschluss ist der 31. August 2009.
Jedes Unternehmen muss seine Innovation anhand definierter Kriterien beschreiben. Das entsprechende Bewerbungsformular ist im Internet unter der Adresse www.innovationspreis-region-aachen.de als Online-Formular, pdf-Dokument oder Microsoft Word-Vorlage verfügbar. Bewerbung bitte vorzugsweise digital einsenden.

Fragen zur Bewerbung richten Interessenten bitte an
Gaby Mahr-Urfels, AGIT mbH
E-Mail: innovationspreis@agit.de
Telefon: 0241/963-1035


Die eingereichten Unterlagen werden streng vertraulich behandelt. Sie werden nur im Rahmen des Wettbewerbs ausgewertet. Eine Haftung für Verlust oder unberechtigte Verwendung kann nicht übernommen werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

26.05.09

Schnellster Rechner Europas in Jülich eingeweiht

Jülich, 26. Mai 2009 - Gleich drei Supercomputer für die europäische Forschung wurden heute in Jülich mit einem Festakt im Beisein der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, und des Ministerpräsidenten des Landes NRW, Dr. Jürgen Rüttgers, eingeweiht. Darunter ist auch der Superrechner JUGENE, der mit einer Rechenleistung von einem Petaflop/s, also einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde, der derzeit schnellste Rechner Europas ist.

"Der Supercomputer im Forschungszentrum Jülich zeigt: Nordrhein-Westfalen liegt schon jetzt in strategisch wichtigen Bereichen an der Spitze", sagte Ministerpräsident Rüttgers. "Wir wollen Nordrhein-Westfalen zum Innovationsland Nummer eins machen - und das Forschungszentrum Jülich wird mit seiner exzellenten Forschung einen großen Teil dazu beitragen."

"Das ist ein guter Tag für das deutsche Gauss-Zentrum und auch ein guter Tag für Europa. Mit der Anschaffung von JUGENE belegt Deutschland seinen Führungsanspruch im Supercomputing", sagte Bundesministerin Schavan. Die drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren in Stuttgart, Garching und Jülich bilden zusammen das Gauss-Zentrum für Supercomputing. Sie stimmen sich innerhalb Deutschlands ab, um wissenschaftlichen Anwendern durch Hardware, Software und Support ein optimales Forschungsumfeld zu bieten. "Der heutige Tag bestärkt uns", so Schavan, "dass das partnerschaftliche Modell Deutschlands im Supercomputing richtig ist."

"Mit dem Supercomputer JUGENE sichern wir für den Standort Europa einen unabhängigen Zugang zu einer entscheidenden Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts ", sagte Prof. Dr. Achim Bachem, Vorstandvorsitzender des Forschungszentrums Jülich und Koordinator der europäischen Supercomputing-Allianz PRACE. PRACE wird von der EU gefördert und wird den Aufbau einer europaweiten Rechner-Infrastruktur koordinieren. Bachem dankte insbesondere dem Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen für die langjährige Unterstützung und den finanziellen Einsatz.

Forscher aller Fachrichtungen nutzen Supercomputer, um zu klären, wie das Klima sich wandelt, wie sich Proteine in Zellen falten, wie neue Halbleiter funktionieren oder wie Brennstoffzellen zu verbessern sind. Jülich setzt auf ein System von sich ergänzenden Rechnern, um für alle Anwendungen die geeignete Plattform zu bieten.

"Der neue Jülicher Supercomputer wird eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde ausführen können, kurz ein Petaflop/s", erklärte der Direktor des Jülich Supercomputing Centre, Prof. Dr. Dr. Thomas Lippert. "Dabei nutzt JUGENE die derzeit energieeffizienteste Computer-Technologie", so Lippert.

25.05.09

AIXTRON erhält bislang größten Einzelauftrag aus China

Aachen. Hualei Optoelectronic Ltd., mit Sitz in der Provinz Hunan, China, hat AIXTRON einen Auftrag über mehrere CRIUS MOCVD*-Anlagen erteilt. Die Anlagen zur Produktion von ultrahellen LEDs werden in der Zeit vom zweiten bis zum vierten Quartal 2009 ausgeliefert. Der Vertrag ist AIXTRONs bislang größter Einzelauftrag für MOCVD-Anlagen aus China. Ein Teil dieses Auftrags wurde als Auftragseingang im ersten Quartal 2009 gebucht.

Hualei Optoelectronics Präsident Daqing He kommentiert: „Für unsere Muttergesellschaft/Investor ist es von enormer Bedeutung, den Wechsel von der Schwerindustrie hin zum High-Tech-Geschäft zu vollziehen. Daher haben wir intensiv die globalen LED-Märkte durchleuchtet. Um unser strategisches Ziel, nämlich die Erschließung des Markts ultraheller LEDs, zu erreichen, haben wir uns für AIXTRON als stärksten Partner entschieden. Mit ihm wird Hualei schnell und effizient seine Ziele erreichen.

Wir werden die technischen Erfahrungen unserer internationalen Partner nutzen, um rechtzeitig bei Aufschwung des LED-Markts in diesem Sektor Fuß zu fassen. Zusammen mit dem guten Ruf des professionellen und schnellen Services des AIXTRON-Teams vor Ort wird das unseren Erfolg garantieren.”

Dr. Bastian Marheineke, Vizepräsident Sales der AIXTRON AG, fügt hinzu: „Hualeis Investition ist zeitlich sehr gut angesetzt und steht für ein China im Zeichen des Aufschwungs. Unser Unternehmen zeigt hier seit vielen Jahren eine starke Präsenz; AIXTRON war die erste Firma, die einen kommerziellen MOCVD-Reaktor in China installiert hat. Seitdem pflegen wir exzellente Beziehungen zu den führenden Instituten und Unternehmen des Landes.

Natürlich teilen wir mit Freude mit, dass dies unser bisher größter Einzelauftrag aus China ist. Er spiegelt die Investitionsfreude in neue technologische Tätigkeitsgebiete wider und zeigt außerdem das starke Vertrauen in AIXTRONs Technologie – dank unserem weltweit guten Ruf in Bezug auf verlässliche Produkte und Service von bester Qualität.“

22.05.09

IHK Aachen vermittelt erfolgreich erstes Mikrodarlehen an Existenzgründer

Aachen. Über einen positiven Kreditbescheid der NRW.Bank in Höhe von 20.000 Euro freut sich ein im Dienstleistungsgewerbe tätiger Existenzgründer aus dem Kreis Heinsberg. Die Vermittlung des so genannten NRW/EU.Mikrodarlehens erfolgte durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen. Es ist das erste Mikrodarlehen, das die IHK an einen Gründer vermitteln konnte.

Das Mikrodarlehen richtet sich an Gründer und Jungunternehmer in den ersten drei Geschäftsjahren, die einen Kapitalbedarf zwischen 5.000 Euro und 25.000 Euro benötigen. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre mit einem Tilgungsfreijahr und einem effektiven Zinssatz von 6,17 Prozent (Stand 04.05.2009). Während der gesamten Phase ist eine Begleitberatung der Maßnahme vorgesehen.

Zwingende Vorraussetzung für die Beantragung des Programms ist ein schlüssiges Geschäftskonzept zu einem qualifizierten Gründungsvorhaben, das durch die IHK Aachen begutachtet wird. Unerlässlich sind zudem geordnete finanzielle Verhältnisse sowie die erforderliche fachliche und kaufmännische Qualifikation des Antragstellers.

Interessierte Personen richten ihre Anfragen bitte an die IHK Aachen, Reinhard Bohrmann, Telefon 0241 4460-290 oder Sabrina Müller, Telefon 0241 4460-104.

15.05.09

Chefredakteur des "Cicero" spricht bei Handwerkskammer - Die Finanzkrise mit kritischen Augen sehen

Aachen. Die Finanzkrise - wie schlimm ist sie wirklich? Sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland tatsächlich so schlecht wie vielfach beschrieben oder werden sie von den Medien dramatisiert? Was ist Fake, also vorgetäuscht, und was ist Fakt? Trotz aller düsteren Prognosen sieht Dr. Wolfram Weimer, Chefredakteur des Politik-Magazins "Cicero", Licht am Ende des Tunnels. Vor der Frühjahrs-Vollversammung der Handwerkskammer für die Region Aachen prophezeite der Gastredner: "Es geht schnell runter, aber es wird auch schnell wieder rauf gehen."

Eine V- und keine L-Rezession sagt der renommierte Journalist voraus. Statt Absturz und Stagnation Absturz und direkter Wiederaufstieg. Gute Aussichten für Unternehmen, auch im Kammerbezirk Aachen. So erwartet Weimer schon bald einen deutlichen Zuwachs im Export und somit beim Frachtaufkommen und einen Anstieg der Öl- und Rohstoffpreise. Und wenn das Minuswachstum dann gestoppt sei, würden wir in der Rückschau wahrscheinlich sagen: "An der Krise war doch alles anders als vorausgesagt."

Die Macht der Medien. Sie wirkt sich auf die Stimmungen in der Bevölkerung und der Entscheidungsträger aus. Weimer beschrieb in seinem Referat, untermauert mit eigenen beruflichen Erlebnissen in der "Berliner Republik", wie wichtig für Politiker, Wirtschaftsbosse und Meinungsmacher die ständige Präsenz in Fernsehen, Internet und Zeitungen geworden sei. Nicht mehr das Was und Warum, also Inhalte und Zusammenhänge, sondern das Wie, also Erscheinung und äußerliche Wirkung, seien am wichtigsten. Kein Wunder bei einer durchschnittlichen Mediennutzung von 500 Minuten am Tag und immer schneller werdenden Informationsflüssen. "Ein Auftritt bei Anne Will ist wichtiger als 20 Parlamentsdebatten" - mit diesem Zitat eines Politikers unterstrich Weimer, welche Prioritäten die gewählten Volksvertreter zum Teil setzten.

Perfekter Auftritt statt Argumente? "In Deutschland herrscht eine neue Hierarchie der Wichtigkeiten", sagte Weimer. Schönheit zähle mehr als Wissen, Werbung mehr als Forschung. Die Leute kommunizierten lieber in E-Mails und in Internet-Chats als im persönlichen Gespräch an einem gemeinsamen Ort. Die beschleunigte Mediatisierung habe jedoch fatale Auswirkungen, und die enorme politische Macht der Medien sei ein "verfassungs- und demokratiewidriger Zustand". Weimer kritisiert diese Entwicklung, auch wenn er selber für den Erfolg einer journalistischen Publikation verantwortlich ist.

Die Situation ernst nehmen, aber nicht in Angststarre verfallen - diesen Rat gab Weimer den Unternehmern in Deutschland. Sicher sei die Krise heftig, aber von den Medien auch aufgeblasen. So dürften bisher verbreitete Thesen wie "Die schlimmste Krise seit 1929", "Die Krise trifft die Ärmsten am ärgsten", "Die Krise trifft nur die Banken" oder "Die Krise führt zu einem Linksruck" mittlerweile als widerlegt betrachtet werden. Viele Prophezeiungen wie diese hätten sich nicht bewahrheitet. Von der Rezession betroffen seien im Gegenteil alle sozialen Schichten, Verluste müssten nicht nur Finanzinstitute, sondern auch Betriebe in hohem Maße hinnehmen und politisch wollten die Bürger keine Wagnisse eingehen, sondern setzten auf Sicherheit und etablierte Parteien.

Trotz "apokalyptischer Alltagsstimmung" und täglichen Alarmmeldungen verhalte sich die Bevölkerung in Deutschland im Vergleich zu vielen europäischen Nationen besonnen und nicht panisch. Es werde, so Weimer, wahrscheinlich auch so weit kommen, dass Werte wieder mehr zählten als Wertpapiere. Und hier liege auch die Chance des Mittelstands. Mit ehrlicher, qualitativ hochwertiger Arbeit zu angemessenen Preisen könne er weiterhin bei den Kunden punkten und Gewinne erzielen. Und auch wenn dann die nächste Krise, nämlich die Schuldenkrise, medial aufgebauscht werde, sei der Aufstieg aus dem Tal der Verluste und Abschreibungen garantiert.

13.05.09

Frühjahrs-Vollversammlung der Handwerkskammer - Philipp: Krise eröffnet Chancen für die Zukunft

Aachen. Gegen die Auflage eines dritten Konjunkturpakets in Deutschland hat sich Dieter Philipp, Präsident der Handwerkskammer für die Region Aachen, ausgesprochen. Die bisher eingeleiteten Maßnahmen sollten erst ihre Wirkung entfalten, sagte er bei der Frühjahrs-Vollversammlung im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Nur wenn die Konjunktur nicht anspringe, könne man über weitere staatliche Investitionen nachdenken.

Der Berliner Koalition bescheinigte Philipp, mit dem Rettungsschirm für die Banken und den beiden Konjunkturprogrammen "richtig und entschlossen gehandelt zu haben". Schließlich brauchten die kleinen und mittleren Unternehmen ausreichend Kredite, um erfolgreich wirtschaften zu können. Und es helfe ihnen, wenn ihr Geschäft durch die Förderung der energetischen Gebäudesanierung, neue Bauaufträge der öffentlichen Hand und die höhere steuerliche Anrechenbarkeit von Handwerkerrechnungen ein Stück weit angekurbelt werde.

Mit Nachdruck forderte der Kammerpräsident die Kommunen auf, fällige Sanierungsprojekte zügig und gezielt zu vergeben. Dabei sollten sie im Auge behalten, "dass mittelständische Unternehmen aus der Umgebung die Sanierungsaufträge erhalten". Kritisch bewertete Philipp die schleppende Umsetzung des Konjunkturpakets II in Nordrhein-Westfalen. Bisher sei von den bereitgestellten 2,4 Milliarden Euro noch kein Cent an die Städte und Gemeinden ausgeschüttet worden, "weil offensichtlich noch nicht alle Spielregeln geklärt sind".

Trotz des allgemeinen Konjunktureinbruchs sieht Philipp das Handwerk in einer recht guten Verfassung. Der Gesamtumsatz werde 2009 nur um zwei Prozent sinken, also deutlicher geringer als in anderen Wirtschaftsbereichen. Deshalb könnten die Handwerksunternehmen ihren Personalbestand und ihre Ausbildungsquote weitgehend konstant halten.

Auch regional erweise sich das Handwerk als "Stabilitätsfaktor", unterstrich der Kammerpräsident: "Unsere Meister und Gesellen krempeln die Ärmel hoch und packen kräftig an". Sie richteten ihre Betriebe neu aus, erweiterten ihren Kundenkreis und verbesserten damit ihre Marktposition. Damit leisteten sie einen wichtigen Beitrag, um die Folgen der weltweiten Finanzkrise in der Bundesrepublik zu bewältigen.

Grundsätzlich rief Philipp dazu auf, die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft wieder zu beachten und mit Leben zu erfüllen. Sie habe Wohlstand über Jahrzehnte hin ermöglicht und erweise sich als "ein Markenartikel, um den uns viele beneiden". Für die Zukunftsentwicklung unserer Landes sei es unverzichtbar, eine "Balance zwischen Eigennutz und Gemeinsinn zu finden". Nach dem Grundgesetz sei unternehmerische Freiheit immer gleichbedeutend mit gesellschaftlicher Verantwortung, und genau dieser Leitlinie fühle sich das Handwerk seit jeher verpflichtet.

"Die Stärke unserer Wirtschaftsgruppe liegt in einem solidarischen Miteinander von Betriebsinhabern und Beschäftigten", betonte der Kammerpräsident. Nur so lasse sich erklären, "dass Handwerksunternehmen auch in schwierigen Zeiten alles tun, um ihre Fachkräfte und Lehrlinge zu halten und ihnen Perspektiven zu geben".

An die Politik richtete Philipp den Appell, den Weg struktureller Reformen auch in einem Superwahljahr nicht zu verlassen. "Bürger und Betriebe haben eine Senkung der Steuern und Abgaben bitter nötig", sagte er. Nur auf diesem Weg stiegen Kaufkraft und Investitionsbereitschaft. "Und das sind zwei Faktoren, die für den Konjunkturaufschwung in der Bundesrepublik von zentraler Bedeutung sind."

Als wirksame Sofortmaßnahmen zur Stärkung des Mittelstands forderte der Kammerpräsident, die neuen Bestimmungen zur Unternehmenssteuer zu korrigieren. Es gehe nicht an, Kosten wie Mieten, Pachten und Zinsen zu versteuern und somit die Ertragskraft der Betriebe zu mindern.

Eine wesentliche Erleichterung, so Philipp, würde auch eine bundeseinheitliche Anhebung der Ist-Versteuerungsgrenze bringen. Handwerksunternehmen brauchten die Umsatzsteuer dann erst zu entrichten, wenn ihre Rechnungen tatsächlich bezahlt worden seien. Dadurch steige ihre Liquidität und sinke ihr Bedarf an Fremdkapital.

Alle Entscheidungsträger in der Aachener Region lud der Kammerpräsident ein, die Krise als Chance zu begreifen und an der Lösung der Aufgaben, die sich jetzt stellen, tatkräftig mitzuwirken. Mit entschlossenem und gemeinsamem Handeln werde es gelingen, "unser Land weit voranzubringen".

11.05.09

Ausbildungszahlen in der Region Aachen Aachengehen zurück

Aachen. Erstmals seit Jahren verzeichnet die Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) eine negative Entwicklung bei den neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen. Zum 30. April ist mit 1.439 Ausbildungsverträgen ein Minus von neun Prozent zu verzeichnen. "Die Krise ist auf dem heimischen Ausbildungsmarkt angekommen", erläutert Heinz Gehlen, IHK-Geschäftsführer. "Vor dem Hintergrund des Rekordergebnisses von 4.300 Ausbildungsverträgen im Vorjahr und der geringeren Zahl an Schulabgängern ist die Situation noch nicht dramatisch", so Gehlen, "doch es ist erforderlich unsere Bemühungen frühzeitig zu verstärken."

Die IHK hat begonnen gegenzusteuern: Eine erste Akquisitionswelle bei den Unternehmen der Region hat 217 zusätzliche Stellen erbracht, die in die IHK-Lehrstellenbörse eingestellt worden sind. Noch vor den Ferien wird die IHK eine flächendeckende Aktion zur Versorgung insbesondere der Hauptschüler starten.

07.05.09

Infoveranstaltung am 26. Mai 2009 im HIMO: Praxiseinblicke - Liquiditätsrechnung

Die 3-jährige Finanz- und Liquiditätsplanung junger Technologieunternehmen

Die Industrie- und Handelskammer Aachen bietet gemeinsam mit dem Innovationszentrum HIMO einen Workshop für junge Unternehmer sowie für Kostenverantwortliche in jungen Technologieunternehmen an. Ziel des Workshops ist es, in kurzer aber einleuchtender Form anhand von Arbeitsunterlagen das Wichtigste aus der Praxis auf dem Gebiet der Finanz- und Liquiditätsplanung zu übermitteln.
Der Schwerpunkt wird auf die praxisnahe Anwendung der Finanzplanung für kleine Unternehmen gelegt.
Die Veranstaltung findet am 26. Mai 2009 von 9:00 bis 16:00 Uhr HIMO,
Am Handwerkerzentrum 1, in 52156 Monschau statt.

Anmeldungen nimmt Frau Wilhelmi unter Telefon: 0241 4460-274 oder per E-Mail: iris.wilhelmi@aachen.ihk.de bis zum 21. Mai 2009 entgegen.
Weitere Informationen unter www.HIMO.de

06.05.09

Fort Dodge hat den ersten Kombinationsimpfstoff gegen die Serotypen 1 und 8 der Blauzungenkrankheit in Europa entwickelt

Würselen. Fort Dodge Animal Health, einer der weltweit führenden Impfstoffhersteller, hat als erstes Unternehmen einen Kombinationsimpfstoff für Schafe und Rinder gegen die Blauzungenkrankheit, Serotyp 1 und 8, entwickelt.

Anlass für die Entwicklung des neuen Impfstoffs waren die vorangegangenen Ausbrüche beider Serotypen der Krankheit in Frankreich und Spanien. Dem Unternehmen zufolge überlappen sich die Gebiete, in denen die Serotypen 1 und 8 der Blauzungenkrankheit auftreten, immer mehr. Serotyp 1 verbreitet sich schnell nach Norden und der Serotyp 8 nach Süden.

In Spanien hat Fort Dodge eine vorläufige Zulassung für die Kombinationsimpfstoffe für Rinder und Schafe erhalten. Die ersten Lieferungen sind bereits erfolgt, die weitere Versorgung mit den Impfstoffen ist für die kommenden Monate vorgesehen. Die Kombinationsimpfstoffe werden im Produktionswerk von Fort Dodge im spanischen Olot hergestellt.

Marc Snacken, der Leiter des Bereiches Nutztiere bei Fort Dodge für Europa, Afrika und den Mittleren Osten, sagt dazu: „Die neue Situation, in der nun beide Serotypen der Blauzungenkrankheit gleichzeitig auftreten, stellt für die Landwirte eine schwierige Situation dar, da monovalente Impfstoffe keinen Kreuzschutz gegen andere Serotypen bieten. Als einer der Marktführer für monovalente, serotyp-spezifische Impfstoffe waren wir bestens gerüstet für die Entwicklung eines Kombinationsimpfstoffs. Wir freuen uns sehr, dass nun die Zulassungsdossiers für den Schaf- und den Rinderimpfstoff in Spanien eingereicht wurden.“

Der neue Kombinationsimpfstoff stellt für Tierärzte und Landwirte ein weiteres Mittel im Kampf gegen die Blauzungenkrankheit dar und ermöglicht eine noch effizientere Planung von Impfkampagnen.

05.05.09

Philips streicht in Aachen 40 Stellen

Aachen. Der Technologiewandel in der Beleuchtung kostet bei Philips Maschinenbau GTD in Aachen 40 von 122 Arbeitsplätzen. Das teilte der Elektronikhersteller am Dienstag in Hamburg mit

Lesen Sie weiter in der Aachener Zeitung onlin.de

IHKs im Rheinland stellen Verkehrs-Perspektiven bis ins Jahr 2025 vor

Aachen. Die Industrie- und Handelskammern im Rheinland haben heute ihr Verkehrsleitbild Rheinland vorgestellt. Es zeigt Perspektiven bis ins Jahr 2025 und listet Neu- und Ausbauforderungen der IHKs Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Köln und Mittlerer Niederrhein Krefeld-Mönchengladbach-Neuss auf.
"Wir wissen, dass gut ausgebaute Infrastrukturen zu den bedeutendsten Standortfaktoren gehören", so Dr. Herbert Ferger, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Köln. "Und wir wissen auch, dass das Verkehrsaufkommen trotz der Krisenzeiten langfristig enorm wachsen wird." Das Rheinland, in dem sich eine Vielzahl von Autobahnen und Schienenstrecken bündeln und sich mit den Luftverkehrs- und Binnenschifffahrtsangeboten verknüpfen, werde von diesem Wachstum besonders profitieren können. Diese Chance könne aber nur genutzt werden, wenn die Infrastruktur dem wachsenden Bedarf angepasst werde. Ferger: "Die Kammern haben mehr als 30 Infrastrukturprojekte identifiziert, deren Neu- oder Ausbau Netzwirkungen entfalten und somit zur Bewältigung des prognostizierten Verkehrsaufkommens beitragen."

Der Bundesverkehrswegeplan rechnet beim Verkehrsaufkommen mit einer Steigerung von 79 Prozent im Straßengüterverkehr. Im Seehafenhinterlandverkehr, von dem das Rheinland stark tangiert wird, steigert sich der Güterverkehr sogar um über 150 Prozent. Damit werden die Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur deutlich zunehmen. "Wir brauchen deshalb den bedarfsgerechten Ausbau aller Verkehrsträger. Die freie Wahl des Verkehrsträgers ist Bestandteil jeder freien Wirtschaftsordnung", stellte Kurt Schmitz-Temming, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg und Projektleiter des Verkehrsleitbilds Rheinland, fest: "Die Verkehrsinfrastruktur ist chronisch unterfinanziert. Um den Investitionsbedarf zu decken, müssen im Bundeshaushalt jährlich zwölf Milliarden Euro bereitgestellt werden."
Die IHKs im Rheinland fordern unter anderem den Lückenschluss der A 1 zwischen Blankenheim und Daun, den Anschluss der A 4 an das Kirchheimer Dreieck, den Lückenschluss der A 44 zwischen Ratingen-Ost und Velbert sowie den Weiterbau der A 562 zwischen A 3 und A 565 und den Bau einer Rheinbrücke bei Wesseling. "Gemeinsam mit den übrigen IHKs im Rheinland setzen wir uns insbesondere im Schienenverkehr für die Schaffung von leistungsfähigen Verbindungen zu den Seehäfen Rotterdam (Betuwe-Linie) und Antwerpen (Eiserner Rhein) sowie die Realisierung des Rhein-Ruhr-Expresses und der Circle-Linie ein", sagte Jürgen Drewes, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. Ferner soll die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln, Aachen und Brüssel vollendet werden.

Das Verkehrsleitbild Rheinland sieht des weiteren eine bessere Verknüpfung der Verkehrsträger vor und lehnt einen umweltpolitischen Aktionismus ab: "Umweltschutz muss an der Quelle ansetzen, dafür sind aber technische Innovationen notwendig", heißt es im Positionspapier. Die IHKs sprechen sich für die Ausweisung von Gewerbeflächen entlang der Verkehrsachsen, einen stärkeren Wettbewerb im ÖPNV, die Sicherung der Binnenhäfen und der Flughafenstandorte aus. Die Innenstädte müssten als Orte des Handels, der Dienstleistung, der Kultur, des Wohnens und der Freizeit durch öffentlichen und individuellen Verkehr erreichbar bleiben.

Das Verkehrsleitbild für das Rheinland ist im Internet abrufbar unter:http://www.aachen.ihk.de/verkehrsleitbild

NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben überreicht Bundesverdienstkreuz 1. Klasse an Professor Walter Michaeli

Aachen. Bundespräsident Horst Köhler hat auf Vorschlag von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers Professor Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Walter Michaeli mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben überreichte gestern, Montag, 4. Mai 2009, in Düsseldorf das Bundesverdienstkreuz an den Aachener Hochschullehrer. „Durch seine vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten unterstützt Professor Michaeli die Bundes- und Landesregierung bei ihren Bemühungen, die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu fördern und so Wohlstand und soziale Gerechtigkeit in unserem Land zu erhalten“, würdigte die Ministerin zusammenfassend die Verdienste Michaelis.

Professor Walter Michaeli ist seit 1989 Inhaber des Lehrstuhls für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen. Michaeli hat neben den üblichen Lehrveranstaltungen ehrenamtlich weitere Ausbildungsmaßnahmen initiiert, die sich mit aktuellen und praxisrelevanten Fragestellungen der Wissenschaft und Wirtschaft auseinandersetzen.

Darüber hinaus engagiert er sich für zahlreiche Einrichtungen und Institutionen an der RWTH Aachen; so wurde er 1988 zum Geschäftsführer der „Vereinigung zur Förderung des Instituts für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen e.V.“ ernannt. Zudem ist er Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Fakultät für Maschinenwesen an der RWTH Aachen, Mitglied des Werkstoff-Forums und auch Mitglied des Forums Informatik an der RWTH Aachen.

Für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet seiner beruflichen Forschung wurde er im Jahre 1976 mit der Borchers-Medaille der RWTH Aachen geehrt. Im Jahre 2002 wurde er gemeinsam mit A. Brunswick und T. Jüntgen für die Erfindung der Wasserinjektionstechnik – eines Verfahrens zum Spritzgießen von Hohlkörpern aus Thermoplasten – mit dem Otto von Guericke-Preis der „Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen Otto von Guericke e.V.“ (AiF) sowie dem VDI-Kunststoff-Innovationspreis 2002 ausgezeichnet.

Seit 1988 ist Professor Michaeli als ehrenamtlicher Gutachter für die Beurteilung von Anträgen bei dem „Programm zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung“ (IGF) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie tätig. Er setzt sich im Rahmen dieser Tätigkeit für den Zugang kleiner und mittlerer Unternehmen zu praxisnahen Forschungsergebnissen ein. Des Weiteren wurde er aufgrund seiner international anerkannten herausragenden Leistungen als Wissenschaftler im Jahre 1994 zum ordentlichen Mitglied der Technikwissenschaftlichen Klasse der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Von 1997 bis zum Jahr 2006 gehörte er der Jury des Deutschen Zukunftspreises an, der vom Bundespräsidenten verliehen wird. Von 2002 bis zum Jahr 2006 war er ehrenamtlicher Vorsitzender dieser Jury. Sein persönlicher Einsatz bei dem Auswahlverfahren und den Vorbereitungen der Preisvergabe ging über das übliche Maß weit hinaus. Außerdem ist es seinem kompromisslosen Qualitätsanspruch und seinem beharrlichen Prüfungsaufwand zu verdanken, dass der Preis in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich an Bedeutung gewonnen hat.

Seit Anfang 2004 ist Walter Michaeli Vorsitzender des Vorstandes des Wissenschaftlichen Rates der „Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF)“ und deren Präsidiumsmitglied. Hier setzt er sich für den branchenübergreifenden Erfahrungsaustausch der beteiligten Wissenschaftler und Forschungsstellen und die Koordinierung auf dem Gebiet der industriellen Forschung zu Gunsten der Wissenschaft und kleiner und mittlerer Unternehmen ein. Auch werden unter seinem Vorsitz Vorschläge zur Sicherung der Qualität der Forschung und zur Förderung des Wissenschafts- und Technologietransfers erarbeitet. Seit 1988 gehört er dem Wissenschaftlichen Rat der Arbeitsgemeinschaft an und leitete viele Jahre die Gutachtergruppe Werkstoffe.

Weiter ist Professor Michaeli Fachgutachter bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie Mitglied im Fachkollegium Produktionstechnik/Kunststofftechnik.

Zahlreiche weitere Ehrenämter und Mitgliedschaften runden sein Engagement ab. Dazu gehören seine Mitwirkung im Vorstand der Fachgesellschaft Werkstofftechnik des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) als auch seine Mitgliedschaft in der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). Seit 2006 ist Michaeli zudem ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Darüber hinaus wirkt Michaeli als Mitglied des Kuratoriums der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin.

Im Rahmen der Wiedervereinigung begleitete er 15 Jahre lang das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden in vielen ehrenamtlichen Funktionen. Hier war er viele Jahre Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates.

Als Institutsleiter eines Deutschen Handwerksinstitut (DHI) engagiert sich Professor Michaeli zudem seit über 20 Jahren für die berufliche Ausbildung der Handwerksbranche. Bundesweit werden an 40 vom IKV betreuten Berufsbildungseinrichtungen jährlich über 20.000 Handwerker im Bereich der Kunststoffverarbeitung nach einem vom IKV entwickelten System ausgebildet.

04.05.09

Drei Millionen Euro in der Region und der Stadt Aachen für Langzeitarbeitslose Aachen für Langzeitarbeitslose - Unternehmen stehen Mittel für 200 neue Stellen bereit

Aachen. „Das ging unbürokratisch und schnell“, erzählt Roger Engmann, 40, Inhaber des aufstrebenden Aachener Werbeunternehmens We&Me, ein Unternehmen der ENSE Gruppe. Jobperspektive heißt das Förderprogramm des Bundes, das ihm die neue Mitarbeiterin, Claudia Küter, 41, eine ehemalige freie Künstlerin und angelernte Schweißerin, ermöglichte. Weitere 200 Langzeitarbeitslose könnten jetzt von Unternehmen im Kreis und der Stadt Aachen bis zum 31. Dezember 2009 beantragt werden.

„Die Langzeitarbeitslosen können alle was, und Ihre Fähigkeiten liegen so wie bei Frau Küter brach“, betont Marcell Raschke, Geschäftsführer der ARGE Stadt Aachen. Über das Programm JobPerspektive kann das tarifliche Arbeitsentgelt in einer ersten Förderphase von maximal 24 Monaten mit bis zu 75 Prozent gefördert werden. „Das half mir, in unserem Unternehmen die neue Stelle zu schaffen, die sich perspektivisch selbst tragen soll“, begründet Engmann seinen Ansatz zu expandieren. Küter ist jetzt für zahlreiche Servicearbeiten zuständig, schneidet beispielsweise Plakate zu und achtet auf die Druckqualität. Auch das Schweißgerät wird sie wieder in die Hand nehmen, wenn der nächste Messestand gebaut werden muss.

Die Langzeitarbeitslose Küter erfüllte alle Bedingungen, damit die Förderung für das ortsübliche Arbeitsentgelt beantragt werden konnte. Dabei unterstütze sie zunächst die Mitarbeiterin der ARGE Stadt Aachen und dann Anja Nixdorf und Nicole Kuhn von der Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen. Sie sorgten dafür, dass der Antrag mit geringem Aufwand für den Arbeitgeber abgewickelt wurde. Für den Kreis Aachen stehen in den Jobcentern die SPRUNGbrett Mitarbeiter Thomas Fiala und Claudia Thienert Unternehmen, „die Interesse daran haben, ihre Facharbeiter von Servicearbeiten zu entlasten, um vorhandene Marktpotenziale effektiv zu nutzen, zur Verfügung.“

Bernd Wirtz, stellvertretender Geschäftsführer der ARGE im Kreis Aachen schätzt die interkommunale Zusammenarbeit, die von der Regionalagentur Aachen koordiniert wird: „Wir ziehen in der Region Aachen alle an einem Strang und konnten daher seit April 2008 bis Ende 2008 bereits 500 Langzeitarbeitslosen in Stadt und Kreis Aachen eine neue Perspektive verschaffen.“ Und auch in Zukunft werden die ARGEN Claudia Küter und Roger Engmann nicht alleine lassen. „Wir machen die Akte nicht zu, sondern begleiten die Beschäftigung indem wir beispielsweise arbeitsplatzbezogene Qualifizierungen mit bis zu 200 Euro monatlich fördern“, kommentieren Wirtz und Raschke die Haltung der ARGEN und der Kooperationspartner.

Ziel für 2009 ist jetzt insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen anzusprechen. „Wir stehen jedem Arbeitgeber telefonisch für Fragen zur JobPerspektive zur Verfügung“, fordert Kuhn stellvertretend für ihre Kollegen alle Arbeitgeber der Region auf, einfach den Telefonhörer in die Hand zu nehmen. „Es lohnt sich“, schließt Engmann, der von seiner neuen motivierten Mitarbeiterin Küter bereits jetzt sehr angetan ist.