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27.08.09

Kunsthandwerker zeigen ihr Können im Zentrum der Kaiserstadt

Aachen. Schauen, stöbern, kaufen: Ein vielfältiges Angebot werden die Besucher des 33. Europamarktes der Kunsthandwerker am 5. und 6. September in Aachen erleben. 600 Aussteller zeigen neue Trends, aber auch alte Techniken aus allen Bereichen der handwerklichen Gestaltung.

Der historische Stadtkern rund um Dom und Rathaus wird an diesem Wochenende zur Kulisse für eine vielfältige, lebendige Werkstatt. Gold- und Silberschmiede, Keramiker, Glasbläser, Korbflechter, Hutmacher, Weber, Schmiede, Bildhauer und Steinmetze präsentieren an 300 Ständen ihre Produkte und Leistungen und stehen bereit, um Interessenten kompetent zu beraten.

Zu dem kulturellen Großereignis erwartet die Handwerkskammer für die Region Aachen mehr als 200.000 Besucher. Als prominenter Gast hat sich NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben angesagt. Bei einem Rundgang wird sie den Europamarkt mit Kammerpräsident Dieter Philipp am Samstagvormittag eröffnen.

Eine besondere Attraktion bildet 2009 die gemeinsame Präsentation von Designschulen im Verwaltungsgebäude Katschhof. Neben der Kunsthochschule Hasselt zeigen die Akademie Gestaltung Münster und die Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg ausgewählte Projekte. Dabei bieten die Studenten von ihnen entworfene und hergestellte Produkte zum Kauf an.

In drei Jahrzehnten hat sich der Europamarkt zur einer Trend- und Ideenbörse entwickelt, die Maßstäbe für das Kunsthandwerk setzt. Die Aussteller kommen aus elf europäischen Nationen und spiegeln die enorme Bandbreite handwerklichen Designs wider. An Gemeinschaftsständen zeigen Kunsthandwerker aus Frankreich, Polen, Ungarn und Spanien ihr Können. Mit von der Partei sind auch Betriebe aus Aachens Partnerstädten Reims und Toledo.

"Schnörkel sind erlaubt und erwünscht", meint Wolfgang Kohl, Organisator des Marktes, zur Angebotspalette. Das lange verschmähte Dekor, also die schmuckvolle Ausgestaltung, kehre zurück. Im Übrigen folgten Unikate und Kleinserien den Designtrends der letzten Jahre. Neben klassischem Schwarz-weiß setzten viele Kunsthandwerker auf kräftige Farben und träfen so den Geschmack des Publikums.

Zu den Angeboten, die neue Akzente auf dem Europamarkt setzen, gehören die "Pantoffel-Diva", eine Manufaktur für originelle Hausschuhe, und ein Hersteller von Steinbaukästen, für die sich kleine wie große Kinder begeistern. Ungewöhnlich auch der Stand eines Instrumentenbauers, der Nasenflöten und Mundbögen fertigt.

"Bei den Besuchern punkten die Anbieter mit hoher Qualität und individueller Gestaltung", sagt Ralf W. Barkey, Hauptgeschäftsführer der Kammer. In der gelungenen Mischung aus Tradition und Experiment liege das Erfolgsrezept des Europamarktes, zu dem nur professionell arbeitende Werkstätten, Mitglieder kunsthandwerklicher Arbeitsgemeinschaften und eine kleine Zahl freier Künstler zugelassen sind.

24.08.09

Drei Staatspreise für Absolventen und Studenten der Akademie Gut Rosenberg - Hervorragende Arbeiten werden in der manu factum in Kevelaer gezeigt

Aachen. Für die Qualität des Studiums an der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg der Handwerkskammer für die Region Aachen sprechen die drei Staatspreise NRW für Kunsthandwerk, die jetzt an zwei Absolventen und einen Studenten aus Aachen vergeben wurden.

Der Staatspreis für Kunsthandwerk ist der bedeutendste und mit insgesamt 45.000 Euro am höchsten dotierte Preis seiner Art in Deutschland. Seit 1963 wird er alle zwei Jahre verliehen. Die ausgezeichneten Arbeiten der Aachener Preisträger und 107 weitere sind bis zum 15. November in der Ausstellung manu factum 2009 im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer zu besichtigen.

Von 362 angemeldeten Objekten aus den Werkbereichen Textil/Leder, Schmuck, Metall, Holz, Keramik, Stein, Glas und Foto/Papier erhielten 114 die Zulassung zur 24. Landesausstellung. Die Auswahl dafür traf eine Fachjury, im Anschluss ermittelte ein Preisgericht in jedem Gewerk einen Staatspreis und zusätzlich einen Sonderpreis. Jeder Preisträger erhält 5.000 Euro.

Meisterdesigner Johannes Twielemeier, der 1997 sein Studium an der Akademie Gut Rosenberg beendete und seit 2006 als Dozent für die Bildungseinrichtung arbeitet, erhielt den Staatspreis im Bereich Fotografie/Papier. In seiner Arbeit, die aus 25 Schwarzweiß-Aufnahmen besteht, setzt er sich mit dem Thema „Assoziation“ auseinander. Twielemeier spielt mit dem Fotografieren nicht vorhandener Fotografien und zeigt ihre Spuren: Fotoecken und Bildunterschriften. Dieses Spiel sei, so die Preisrichter, von hohem intellektuellem Reiz. Der Betrachter kann selber optisch nicht mehr besetzte Flächen mit eigenen Bildern und Vorstellungen füllen. So entstehen in der Abfolge unterschiedliche Geschichten. Die Arbeit, so heißt es in der Begründung, mache die philosophischen Dimensionen von Fotografie erfahrbar.

Schlüssiges Gestaltungskonzept

Im Werkbereich Textil/Leder erhielt Paul Schiegnitz einen Staatspreis für ein besonders jung und frech gestaltetes Paar Schuhe. Die Arbeit des Akademiestudenten im fünften Semester orientiert sich nicht an tradierten Vorbildern, sondern überzeugt durch seine Exklusivität. Die Schuhe sind aus Tweedstoff gefertigt, der Rand ist in Violett eingesäumt. Das schlüssige Gestaltungskonzept spiegelt sich in den Schuhbändern, die mit dem Saum korrespondierenden, und in der dreischichtigen Sohle, in der das Violett ebenfalls auftaucht, wider.

Der Gestalter im Handwerk Hugo Delavelle erhielt für einen Stuhl aus Weißbuche einen Sonderpreis im Werkbereich Holz. Das Möbel besticht laut Begründung durch optische und tatsächliche Leichtigkeit. Bei geringstem Materialeinsatz sei es Delavelle gelungen, mit niedrigen Querschnitten und geschickter Ausnutzung statischer Konstruktionselemente ein funktionales und hervorragend gestaltetes Möbel herzustellen. Zudem überzeuge das Objekt durch perfekte handwerkliche Verarbeitung. Delavelle ist Mitglied der französischen Wandergesellenvereinigung Compagnons du Devoir, die mit der Akademie einen ständigen Austausch pflegt und gegenseitige Besuche unternimmt.

„Die Staatspreisträger beweisen mit ihren Arbeiten, dass sie über hervorragende kunsthandwerkliche Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen“, freut sich der Leiter der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg, Wolfgang Kohl, über die Erfolge der drei Ausgezeichneten. Bisher haben schon 15 Absolventen der Akademie den Staatspreis NRW erhalten.

Die Landesausstellung manu factum 2009 ist bis zum 15. November täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Ein Farbkatalog ist an der Kasse erhältlich oder kann bei der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Nordrhein-Westfalen unter Telefon: 0211/ 87 95-391 angefordert werden, Preis: 15 Euro.

MCA Konvy CTI macht ERP-System Semiramis kommunikativ - CTI für die Standard ERP-Lösung

Stolberg, im August 2009. Die MCA GmbH, Anbieter von Unified-Communications-Lösungen für alle wichtigen IT-Plattformen, macht mit einer neuen Version des MCA Konvy CTI das ERP-System Semiramis kommunikativ (CTI = Computer Telephon Integration). Der MCA Konvy CTI für Semiramis verbindet die Software mit allen marktgängigen Telefonanlagen und Voice-over-IP-Systemen, erweitert sie um kommunikative Features für die In- und Outbound-Telefonie und optimiert damit die Kommunikation mit Kunden, Lieferanten und Partner.
Die Schnittstelle zwischen CTI-Anwendung und Semiramis bildet ein Infoportal mit allen relevanten Daten, etwa Adressinformationen zu ankommenden Anrufen, Informationen zu laufenden Geschäftsprozessen oder Hinweise auf mögliche Aktionen mit Links.

Zu den Funktionen, die Semiramis über den MCA Konvy CTI erhält, gehören Unified-Communications-Funktionen wie das Anzeigen von Kundendaten und -historien bei eingehenden Anrufen oder das Wählen per Mausklick aus dem ERP-System heraus.
Beim Eingehen eines Anrufes sucht der Konvy CTI über die Rufnummernidentifikation alle zum Anrufer gehörenden Daten wie beispielsweise Angebote, Aufträge, Rechnungen, Lieferungen heraus und zeigt sie komprimiert und übersichtlich auf dem Bildschirm an. Der Mitarbeiter ist so bereits bei der Rufannahme genauestens über seine Kunden im Bilde.

Durch angezeigte Hyperlinks gelangt er über einen einfachen Mausklick schnell und übersichtlich in die gewünschten Anwendungsbereiche von Semiramis. Die Darstellung und der Umfang der Informationen und Befehle kann dabei mittels XML-Templates individuell und benutzerfreundlich angepasst werden.

21.08.09

Qualifizierte Fachkräfte stehen für die Mitarbeit in Betrieben bereit - QualiTec schult Teilnehmer im Möbel-, Küchen- und Umzugsservice

Aachen. Die QualiTec GmbH der Handwerkskammer für die Region Aachen hat in einem neuen Lehrgang neun Teilnehmer zu Fachkräften für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice umgeschult. Dieser neue Beruf, der zum 1. August 2006 eingeführt wurde, ist interessant für Betriebe, die Einbauküchen oder Möbel verkaufen, und für Umzugsspeditionen. In diesen Branchen suchen Unternehmen verstärkt Personal, vor allem in den Bereichen Verpackung, Transport, Auslieferung sowie Montage und Demontage von Waren und Umzugsgut.

Die zweijährige Umschulung der Handwerkskammer beinhaltete ein sechsmonatiges betriebliches Praktikum in Möbelhäusern, Umzugsfirmen, Küchenstudios und Handwerksunternehmen. Erfahrene und qualifizierte Ausbilder aus verschiedenen Berufen leiteten die Weiterbildungsmaßnahme in den modernen Werkstätten des Bildungszentrums BGE Aachen. Die praktische Anleitung erfolgte in einer Holzwerkstatt, in einer Elektro- und Sanitärwerkstatt und in den Gebäuden beziehungsweise auf dem Gelände der BGE und der Kammer. Hier wurden unter anderem Umzugssituationen mit Möbelwagen und entsprechender Ausstattung simuliert. In einem Werkstattraum konnten die Teilnehmer den Auf- und Abbau von Küchen und Möbeln üben.

Alle Teilnehmer haben ihre Abschlussprüfung bestanden, zum Teil mit guten und sehr guten Ergebnissen. Für einige Absolventen steht schon ein Arbeitsplatz in Aussicht, andere suchen noch. Firmen, die die Fachkräfte beschäftigen möchten, sollten sich mit der zuständigen Agentur für Arbeit oder der ARGE in Verbindung setzen, Telefon: 01801/ 66 44 66.

Bedarf an qualifiziertem Personal steigt

Der jetzt schon große Bedarf an gut ausgebildeten Beschäftigten in diesem Bereich wird in Zukunft noch steigen. Die Fachkräfte werden vor allem in Tischlereien, aber auch in anderen Handwerksbetrieben, die Küchenmontagen oder Messeaufbau anbieten, gebraucht. Sie sind berechtigt, die dafür notwendigen Elektroarbeiten auszuführen, da sie sich auch „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten“ nennen dürfen. Außerdem sind sie qualifiziert, Sanitärarbeiten in den Bereichen Wasser und Abwasser ordnungsgemäß zu erledigen. Einen Schwerpunkt in der Umschulung bildete zudem der Umgang mit den Kunden.

In vielen Unternehmen wurden die meisten dieser Tätigkeiten bisher von angelernten Arbeitskräften erledigt. Gestiegene Anforderungen der Kunden führten zur Schaffung des breit angelegten Ausbildungsberufes. Mit Hilfe der Fachkräfte soll es den Unternehmen gelingen, reibungslose Abläufe auf Dauer zu gewährleisten und das Image der Branchen zu verbessern.

Fachkräfte für Möbel-, Küchen und Umzugsservice können in vier Branchen ihrem Beruf nachgehen: Möbelhandel, Einzelhandel, Küchenhandel und Möbelspedition. Sie montieren und bearbeiten Möbelteile und bauen Küchen und Möbel auf und ab. Sie schließen elektrische Einrichtungen und Geräte wie Elektroherd und Beleuchtung an, stellen Anschlüsse an Wasserleitungen und Lüftungsanlagen her, holen Küchen, Möbel und Geräte oder Umzugsgut ab und liefern aus.

Eine weitere Umschulung zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice läuft derzeit und wird im Sommer 2010 enden. Teilnehmer dieser Maßnahme suchen für die Zeit zwischen Oktober und März noch Praktikumsstellen. Interessierte Unternehmen können sich an den verantwortlichen Fachbereichsleiter, Diplom-Ingenieur Herbert Laschet, wenden: Telefon: 0241/ 96 74-215, E-Mail: herbert.laschet@hwk-aachen.de.

Einmaliges Sonnenkraftwerk in Jülich eröffnet

Jülich. Gestern wurde in Jülich das erste Solarthermische Versuchskraftwerk Deutschlands vom Erbauer Kraftanlagen München an die örtlichen Stadtwerke übergeben. Die Idee zu diesem Projekt stammt von Prof. Dr. Bernhard Hoffschmidt, dem Leiter des Solar-Instituts Jülich (SIJ) der FH Aachen.
Im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten unterzeichnen die FH Aachen und die demokratische Volksrepublik Algerien außerdem einen Kooperationsvertrag zu einem Auftrag für eine Machbarkeitsstudie eines solarthermischen Kraftwerks in Algerien. Die Machbarkeitsstudie wird federführend vom SIJ ausgeführt und durch das BMU gefördert.
Auf lange Sicht muss die Zivilisation eine Alternative zu fossilen Energieträgern entwickeln, weil sie beschränkt sind und ihre Nutzung den Klimawandel vorantreibt. Sonnenenergie ist im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen nahezu unbegrenzt verfügbar, sie ist kostenlos und verursacht keine Treibhausgase. Ein gezielter Verbund aus Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen hat mit dem Bau des Solarturms innerhalb von zehn Monaten den Schulterschluss von hoch entwickelter Solartechnik und marktfähiger ausgereifter Kraftwerkstechnologie umgesetzt. Generalunternehmer ist die Firma Kraftanlagen München GmbH (KAM), Betreiber sowie Eigentümer des Kraftwerkes ist die Stadtwerke Jülich GmbH (SWJ). Die Forschungspartner sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und das Solar-Institut Jülich der FH Aachen (SIJ). Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie und dem bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gefördert.
Nach der Initiierung der Projektidee durch das SIJ und dem erfolgreichen Abschluss einer Machbarkeitsstudie durch KAM begann 2005 die Projektentwicklung gemeinsam mit den Projektpartnern, mit denen Planung, Bau und Fertigstellung des Solarthermischen Versuchskraftwerks realisiert werden sollten. KAM war für die vollständige Planung und Errichtung der Anlage verantwortlich und wird die Technologie zukünftig in sonnenreichen Regionen vermarkten. Das SIJ und das DLR unterstützten KAM bei den vielen technischen Fragestellungen während der Projektentwicklung und Realisierung. Das SIJ testete Prototypen der Heliostate, erprobte Absorbermodule der Key-Komponente Receiver und beteiligt sich an der Messdatenerfassung und Speicherevaluierung. Dabei erbrachte das SIJ einen Eigenanteil von 935.000 € für das Projekt. SIJ, DLR und KAM haben ein ausschließliches Recht zur Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Solarturm. Hierdurch konnte das Solar-Institut Jülich bereits Forschungsaufträge über mehr als 2.500.000 € auf dem Gebiet der Solarturmtechnologie akquirieren. Im Jahr 2008 initiierte das SIJ unter Beteiligung der KAM die Gründung der IATech GmbH in Jülich. Diese betreibt bereits Projektentwicklung für Solarturmkraftwerke an verschiedenen sonnenreichen Standorten auf der Welt.

Gemeinsam mit dem DLR wird das SIJ an der Weiterentwicklung der Technologie sowie an den Komponenten arbeiten. Prof. Bernhard Hoffschmidt, Leiter des Solar-Instituts Jülich, über die ersten Erprobungsschritte: "Wie damals Otto bei seinem ersten Motor sind wir heute glücklich, dass wir nur 17 Monate nach Baubeginn sagen können: Die Anlage läuft. Die Aufgabe von Industrie und Forschung ist es nun, daraus einen Ferrari-Motor zu machen. Mit der Anlage in Jülich sind jetzt beste Voraussetzungen gegeben."

Das Solarturmkraftwerk wurde nach nur zehn Monaten Bauzeit Ende 2008 fertig gestellt. Die erste solare Stromeinspeisung in das Netz der Stadtwerke Jülich ist bereits erfolgt. Damit begann der mehrmonatige Testbetrieb, der im Laufe des Jahres 2009 in einen Regelbetrieb übergeht. Bis Ende 2009 ist die Erprobung und Optimierung der Anlage geplant, der mit umfangreicher Messtechnik begleitete Versuchsbetrieb wird im Anschluss daran aufgenommen.
Bereits während Planung und Bau des Jülicher Solarturms konnten wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für die kontinuierliche Weiterentwicklung solarthermischer Kraftwerkstechnologien gewonnen werden. Der Versuchsbetrieb des Kraftwerks wird durch die Nähe von Forschungseinrichtungen begünstigt, die dazu beitragen, dass Einzelkomponenten optimiert und das Kraftwerkskonzept des Solarturms Jülich zur Marktreife weiterentwickelt werden kann. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sieht in dem Bau des Solarturms Jülich einen "Meilenstein auf dem Weg zur weltweiten Markteinführung dieser Zukunftstechnologie." Im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten in Jülich unterzeichnet der Generaldirektor für wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung des Ministeriums für höhere Bildung und wissenschaftliche Forschung der demokratischen Volksrepublik Algerien, Prof. Dr. Hafid Aourag, mit dem Rektor der FH Aachen, Prof. Dr. Marcus Baumann, einen Kooperationsvertrag zu einem Auftrag für eine Machbarkeitsstudie eines solarthermischen Kraftwerks in Algerien. Die Machbarkeitsstudie wird federführend vom Solar-Institut Jülich ausgeführt und im Rahmen der internationalen Klimaschutzinitiative durch das BMU gefördert.

20.08.09

Batterien für die Autos der Zukunft - Forschungsverbund KVN erhält 11 Millionen Euro

Jülich. Der Kompetenzverbund Nord (KVN) nimmt heute offiziell seine Arbeit auf. Ziel der Kooperation ist es, die Grundlagen für Batterien zu schaffen, die das schlagkräftige Herz der (Hybrid-)Elektroautos der Zukunft sind. Im Rahmen des Konjukturpakets II fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung den KVN mit 11 Millionen Euro. Sprecher des KVN ist Prof. Dr. Martin Winter von der Universität Münster, Koordinator ist Dr. Hans Peter Buchkremer vom Forschungszentrum Jülich, Mitglied der Helmholtz Gemeinschaft.

"So machen wir Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität.", sagt bei der Übergabe des Bewilligungsbescheides Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung. "Mit Forschung in der Elektrochemie investieren wir in die Zukunft. So legen wir die Basis dafür, dass zukünftig Elektroautos mit deutschem Know-how auf Fahrt gehen." Insgesamt investiert das BMBF rund 200 Mio. Euro in Forschung für Elektromobilität mit den Schwerpunktthemen Batterieentwicklung und -produktion, Energiemanagement im Auto sowie mit dem KVN in die Kompetenzentwicklung auf dem Gebiet der Elektrochemie.

Deutschland beginnt nun die Aufholjagd im Bereich der neuen Antriebstechnologien, bei denen bisher Asien und die USA einen Innovationsvorsprung haben. "Im KVN haben sich nun sechs Partner mit herausragenden Kompetenzen in der Elektrochemie zusammengetan", erklärt Prof. Dr. Harald Bolt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich. "Das Forschungszentrum Jülich freut sich, mit ihnen gemeinschaftlich seinen Beitrag zur Batterieforschung in Deutschland zu leisten."

Die Weiterentwicklung der Elektromobilität hängt von neuen Batteriematerialien ab. Ziel des KVN ist es auch, Methoden zur Charakterisierung dieser Materialien und zur Verarbeitung in Batterien zu entwickeln. Über Analyse der im Batterieinnern ablaufenden Prozesse kann man die erzielten Fortschritte dokumentieren. "Wir wollen im Verbund die Lithium-Ionen-Batterien verbessern und ergänzende Technologien mit höchster Energiedichte entwickeln", sagt Prof. Dr. Martin Winter von der Universität Münster, Sprecher des KVN. "Erst mit leistungsfähigen Batterien werden Elektroautos konkurrenzfähig." Ein weiteres wichtiges Anwendungsfeld wären Batterien als Speicher in dezentralen Energienetzen, um etwa Fluktuationen in der Stromproduktion durch Wind- und Solaranlagen auszugleichen.

"Der KVN wird eine ganze Palette von Methoden nutzen und entwickeln", erläutert Dr. Hans Peter Buchkremer vom Forschungszentrum Jülich, Koordinator des KVN. Sondenmikroskopie, NMR und Synchrotron gehören ebenso dazu wie Computersimulation, Langlaufteststände und Herstellungsverfahren wie Siebdruck, Laserverdampfen und Gasabscheidung. "Die deutsche Grundlagenforschung auf dem Gebiet Elektrochemie und Batterien steht damit auf soliden Füßen."

Im Kompetenzverbund Nord führen die Universitäten Münster, Hannover und Bochum, die RWTH Aachen, das Düsseldorfer Max-Planck-Institut für Eisenforschung sowie das Forschungszentrum Jülich ihre Batterieforschung zusammen. In Zusammenarbeit mit den Universitäten wird die Nachwuchsförderung in diesem wichtigen Innovationsfeld forciert. Durch die Kooperation mit dem Kompetenzverbund Süd, den das Karlsruher Institut für Technologie koordiniert, ergibt sich in Deutschland eine einmalige Forschungslandschaft für die Weiterentwicklung von Batterien.

19.08.09

“in medias res!“ Aachener Medizintechnik im Disput mit Ulla Schmidt

Aachen. Gemeinsam mit dem Aachener Kompetenzzentrum Medizintechnik (AKM) hat Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen Fachleute aus der Medizintechnikbranche zu einer Veranstaltung mit Bundesgesundheitsministerin UIla Schmidt eingeladen.

Unter dem Titel “in medias res“ bietet sich für geladenen Gäste die Gelegenheit, in einer kleinen Runde unmittelbar mit der Ministerin Schmidt darüber zu diskutieren, wie

- sich die Medizintechnik in Aachen zwischen Forschung, Wirtschaft, Gesundheitsversorgung und Politik weiterentwickeln kann,
- sich die Hemmnisse, die im Alltag auftreten, gemeinsam mit der Politik beseitigen lassen,
- neue Impulse angestoßen werden können, um von Aachen aus ein Stück Zukunft zwischen Medizin und Technik aktiv mitzugestalten.

Termin: Freitag, 21. August,
12.30 bis ca. 15 Uhr
Ort: Reichsabtei Kornelimünster
Abteigarten 6, 52076 Aachen

Der HighTech-Standort Aachen gehört bereits jetzt zu den bedeutenden Medizintechnik-Regionen, bei denen von der ersten Idee bis zur Umsetzung und Anwendung innovativer Medizintechnik viele Elemente der Wertschöpfungskette ineinander greifen.

Vor diesem Hintergrund sollen die Perspektiven zur Stärkung und Festigung des Medizintechnikstandortes Aachen insbesondere auch mit den regionalen Wirtschaftsvertretern diskutiert werden. Als Impulsgeber werden neben Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und dem Aachener Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden
Prof. Thomas Schmitz-Rode, Aachener Kompetenzzentrum Medizintechnik,
Dr. Thorsten Sieß, Abiomed Europe GmbH
und Katja Hüskes, Clustermanagement Gesundheitswirtschaft NRW
die Diskussion begleiten.

11.08.09

IHK-Veranstaltung: "Sicherung und Durchsetzung von Forderungen"

Die Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) informiert am Dienstag, 18. August, in der IHK von 16 bis 18 Uhr, kostenlos zum Thema "Sicherung und Durchsetzung von Forderungen". Die Veranstaltung wird Strategien aufzeigen, mit denen sich Zahlungsausfälle vermeiden lassen. Referent Rechtsanwalt Manfred Heitmeier aus Aachen wird im Rahmen der zweistündigen Veranstaltung neben vorbeugenden Maßnahmen zur Forderungssicherung und Instrumenten zur effektiven Durchsetzung von Forderungen auch Schutzmaßnahmen vor unberechtigter Inanspruchnahme erläutern.

Zu der Veranstaltung ist aus organisatorischen Gründen eine schriftliche Anmeldung erforderlich, die auch per E-Mail: recht@aachen.ihk.de oder per Fax: 0241 4460-153 erfolgen kann.

06.08.09

Ausbildung gegen Fachkräftemangel - gerade in der Krise - NRW-Landesminister Laumann zu Besuch im Unternehmen MFT GmbH in Mechernich

Pressemeldung der Regionalagentur

Region Aachen. Im Rahmen seiner Ausbildungstour 2009 besuchte Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann die Maschinenbau- und Fertigungstechnologie GmbH in Mechernich-Vussem.

Laumann, der sich selbst gern als „Minister für die Lehrlinge“ bezeichnet, zeigte sich sichtlich begeistert: Das Unternehmen bildet bei über 70 Beschäftigten 19 Azubis aus. Für Geschäftsführer Johann W. Mießeler steht der Mensch im Mittelpunkt des Unternehmens. Neben einer hohen Qualität seiner Produkte nennt er die Einbindung der Mitarbeiter ins Unternehmen sowie die Aus- und Weiterbildung als Hauptziele.

Während eines Betriebsrundgangs gemeinsam mit Landrat Günter Rosenke, Roswitha Stock, Agentur für Arbeit Brühl, Heinz Gehlen (IHK Aachen) und anderen Interessierten erläuterte der Firmenschef, dass im Verbund mit der benachbarten Firma EDM im Berufsbild Industriemechaniker ausgebildet wird. „Wir bilden ganz bewusst zusätzlich im Verbund aus, um know-how in unserer Firma zu halten und unseren Fachkräftebedarf sichern zu können“, so Mießeler.

„Die Facharbeiter wachsen nicht auf Bäumen“ stimmt ihm der Minister zu, der sich im Gespräch mit den Azubis an den Fertigungsmaschinen selbst ein Bild machen konnte. Seiner Ansicht nach zeigen die Anstrengungen aller Arbeitsmarkt-Akteure Wirkung. Trotz der Wirtschaftskrise meldete Roswitha Stock eine rege Ausbildungsbereitschaft im Raum Euskirchen. IHK-Geschäftsführer Gehlen vermerkt zwar einen leichten Rückgang bei der Zahl der Ausbildungsverträge, lobte aber gleichzeitig das Engagement der Unternehmen und Schulen, über Lernpartnerschaften zueinander zu finden.

Karl-Josef Laumann appellierte an die Firmen, weiterhin auszubilden, denn eine Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre, der Facharbeitermangel könne sich bereits im nächsten Jahr bemerkbar machen. Der Minister brach außerdem für eine Lanze für die Hauptschule: Mit einem Hauptschulabschluss könne man sehr wohl erfolgreich eine Ausbildung absolvieren. „Man kann sogar Minister werden“, fügte er schmunzelnd hinzu.