Kammer eröffnet neues Fachzentrum am Sandkaulbach
Aachen. In der Aus- und Weiterbildung der Friseure und Kosmetiker geht die Handwerkskammer für die Region Aachen neue Wege. Sie bündelt ihre Angebote in einem Fachzentrum, das mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes entstanden ist.
Mit dem Projekt werden die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung und die Meistervorbereitung, die bisher getrennt in den Bildungszentren BGE Aachen und BGE Düren erfolgten, im Haupthaus der Kammer am Aachener Sandkaulbach konzentriert und auf den neusten technischen Stand gebracht. Die topmoderne Ausstattung der Lernumgebung soll die Qualität der Aus- und Weiterbildung im regionalen Friseur- und Kosmetikerhandwerk steigern, so machte Kammerpräsident Dieter Philipp bei der Eröffnung des Fachzentrums deutlich.
Von den Gesamtkosten des Vorhabens, die sich auf rund eine halbe Million Euro belaufen, haben der Bund und das Land NRW zwei Drittel übernommen. Philipp dankte beiden Geldgebern für die finanzielle Unterstützung des ehrgeizigen Vorhabens: "Wir sehen darin ein klares Bekenntnis des Staates zur Berufsausbildung im Dualen System und zur Fort- und Weiterbildung, die neue Perspektiven in der beruflichen Laufbahn eröffnet." An diesem Konzept halte das Handwerk entschieden fest, so der Kammerpräsident: "Es ist weit effizienter als jedes vollzeitschulische Modell und erlaubt uns, den technischen und ökonomischen Wandel zu meistern."
Das neue Bildungszentrum nimmt die gesamte erste Etage des Kammergebäudes ein. Auf einer Fläche von rund 850 Quadratmetern umfasst es zwei Trainingssalons mit je zwölf Arbeitsplätzen, einen Kosmetikraum mit zehn Arbeitsplätzen und einen Theorieraum mit 25 Schulungsplätzen. Umkleiden, Duschen, Aufenthaltsräume und Verwaltungsbüros ergänzen die Ausstattung, die alle Anforderungen an die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz erfüllt. Im Endausbau sollen weitere Arbeitsplätze für Nageldesign und kosmetische Spezialbehandlungen hinzukommen.
"Mit der Einweihung des Fachzentrums vollenden wir eine intensive zweijährige Vorarbeit", sagte Manfred Frohn, Geschäftsführer der Kammer für die Bildungszentren. Als zentrale Weichenstellung für die Verwirklichung des Projekts nannte er die fachliche Einbindung der Friseurinnungen Aachen-Stadt, Aachen-Land, Heinsberg, Düren und Euskirchen, aber auch führender Kosmetikerbetriebe. Die enge Kooperation schaffe eine solide Grundlage für die weitere Zusammenarbeit.
Ohne Qualität kein Fortkommen
Ausbildung zur KosmetikerinMit der Frage, welche Entwicklung die Aus- und Weiterbildung in Zukunft nehmen wird, befasste sich eine Podiumsdiskussion während der Eröffnungsfeier, die der Pressesprecher der Kammer, Harald Feiber, moderierte. "Das Duale System der Berufsausbildung wird eine große Zukunft haben", prophezeite darin Dr. Michael Heister, Abteilungsleiter im Bundesinstitut für Berufsbildung. Zwar seien in einzelnen Berufen Anpassungen erforderlich, im Ganzen werde das System mit seiner Mischung aus Praxis und Theorie aber weiterhin erfolgreich sein. Mit rein schulischem Lernen könne die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland nicht gesichert werden.
Die fachliche Qualifikation ist wichtig, um konkurrenzfähig zu bleiben. Davon zeigte sich der Leitende Ministerialrat im nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Roland Matzdorf, überzeugt. "Das neue Bildungszentrum in Aachen ist eine wichtige Einrichtung im Hinblick auf qualitativ hochwertige Ausbildung und Selbstständigkeit", betonte er. Ohne Qualität gäbe es für die Unternehmen kein Fortkommen. Deshalb hat die Handwerkskammer ihre Lehrgänge in der Aus- und Weiterbildung in einer neuen Schulungsstätte konzentriert. "Wir brauchten eine Optimierung unserer Angebote", so Ralf W. Barkey, Hauptgeschäftsführer der Kammer - die Konzentration im neuen Bildungszentrum für Friseure und Kosmetiker erhöhe sowohl die Quantität der Lehrgänge als auch ihre Qualität.
Ausbildung FriseureDie gute Zusammenarbeit zwischen Kammer und Friseur-Innungen im Vorfeld der Errichtung des neuen Bildungszentrums hob der Obermeister der Friseur-Innung Aachen-Stadt, Antonio Weinitschke, hervor. Von der hochwertigen Ausbildung an modernen Arbeitsplätzen könnten die Betriebe nur profitieren. Außerdem sei es in den neuen Räumen möglich, die Prüfungen unter idealen Voraussetzungen abzunehmen. Eine immer größere Bedeutung wird künftig der Kosmetik zukommen, sagte der Vorsitzende des Berufsbildungsausschusses im Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks, Robert Fuhs. Für die Friseure und Kosmetiker müsse das Ziel lauten, ihre Kommunikationsfähigkeit zu stärken, um Kundenwünsche zufriedenstellend umzusetzen. Die Teilnehmer der Aus- und Weiterbildungsangebote im neuen Bildungszentrum der Kammer fänden hervorragende Voraussetzungen vor, um das zu trainieren.
Die Einrichtung im Herzen der Kaiserstadt wird jährlich rund 400 Lehrlingen und 50 Meisterschülern zugute kommen. Sie bietet der Kammer auch die Möglichkeit, verstärkt Fachkurse anzubieten und den Austausch mit Coiffeuren und Kosmetikern zu pflegen, die in Belgien und den Niederlanden arbeiten. Schließlich ist es für jeden Profi in Sachen Schönheit wichtig, neue Trends und Techniken kennen zu lernen - gleich ob Betriebsinhaber oder Angestellter.