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AGIT-Pressebrunch 2010 - Rückblick und Ausblick mit Rundumblick

Aachen. Die regionale Wirtschaftsförderungsagentur AGIT mbH präsentierte auf ihrer Jahrespressekonferenz ihre Ergebnisse aus dem Jahr 2009 und gab einen Ausblick auf einige kommende Aktivitäten.

Gründen.

Die Anzahl der Beratungen in Gründungs- und Wachstumsfragen konnte 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent gesteigert werden.

Aus den 59 Gründungsberatungen gingen 23 technologieorientierte Unternehmen hervor. Basierend auf den Businessplänen wollen diese im ersten Jahr nach der Gründung Investitionen in Höhe von insgesamt 34 Mio. Euro tätigen und 188 Arbeitsplätze schaffen.

Im Bereich der Innovationsberatungen baute die AGIT ihre Dienstleistungen stark aus. Dies schlägt sich im bundesweiten Ranking der 32 SIGNO-Partner, die den Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung verfolgen, nieder: 2009 machte die AGIT erneut Plätze gut und steht nun an dritter Stelle bundesweit hinter dem Steinbeis-Transferzentrum in Villingen-Schwenningen und dem Erfinderzentrum Norddeutschland in Hannover.

Die beiden von der AGIT betriebenen Technologiezentren TZA und MTZ waren Ende des Jahres 2009 mit 93 Unternehmen im TZA und 24 im MTZ erneut zu fast 100 Prozent ausgelastet.

Wie beim Spatenstich des RWTH Aachen Campus offiziell mitgeteilt wurde, wird das erste Bauprojekt auf dem Campus das Zentrum für Biomedizintechnik sein, das neben dem jetzigen MTZ in der Nähe des Helmholtz-Institutes für Biomedizinische Technik errichtet werden wird. Mit ca. 4 100 Quadratmetern wird es etwas mehr Fläche besitzen als das MTZ. Die AGIT wird dieses Zentrum in Kooperation mit der RWTH Aachen Campus GmbH betreiben. Investor ist die Gewerbegrundstücksgesellschaft GEGRA mbH. Der Bau wird in den kommenden Tagen beginnen. Ab April 2011 werden zum einen Firmen, die mit der der Campus GmbH kooperieren („Immatrikulationsvertrag“), und zum anderen Unternehmen, die im biomedizinischen Bereich gründen, Räume beziehen können.

Ansiedeln.

Im vergangenen Jahr betreute die AGIT 71 potenzielle Investoren (Vorjahr 59). Davon suchten 58 Unternehmen gemeinsam mit der AGIT einen neuen Standort in der Region. In 25 Fällen kam es zu konkreten Standortbesichtigungen. Bis Ende 2009 waren zwölf Entscheidungen für die Region gefallen. Fünf der Unternehmen hatten bisher noch keinen Sitz in der Region. Zahlreiche Unternehmen, die bereits Niederlassungen in Deutschland haben, wurden bei der Suche nach neuen geeigneten Standorten in der Region unterstützt. Daraus resultierten die restlichen sieben Ansiedlungen.

Insgesamt stammen die Interessenten zu 67 Prozent aus europäischen Staaten, wobei der Schwerpunkte neben Deutschland vor allem bei den Niederlanden liegt, gefolgt von Belgien, der Schweiz sowie Italien und Finnland. Bemerkenswert erscheint bei der Betrachtung der außereuropäischen Anfragen, und hierbei die starke Konzentration auf die USA mit neun und China mit sechs Anfragen.

Vor diesem Hintergrund wird die AGIT in den kommenden Jahren die Akquisition neuer Investoren aus diesen Ländern mit gezielten Maßnahmen weiter forcieren. Hiezu zählt das „Aachen China Office” in Ningbo, das von der Stadt Aachen, der IHK Aachen und der Sparkasse Aachen finanziell unterstützt wird. Bei der Markterschließung in USA/Kanada ist die Vermarktung der Region als Medizintechnikstandort in Zusammenarbeit mit NRW.INVEST, der Wirtschaftsförderung des Landes, angelaufen.

Im Jahr 2010 gab es bereits zwölf neue Anfragen, hiervon vier aus China. 13 Anfragen aus 2009 sind noch nicht abgeschlossen.

2009 ist die durchschnittliche monatliche Besucherzahl der Internetpräsenz www.technologieregion-aachen.de um knapp 18 Prozent auf über 4 500 Besucher gestiegen. Die Ansichtszeit pro Besucher war mit knapp viereinhalb Minuten mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Dies zeigt deutlich, dass sich Firmen vor einer persönlichen Standortanfrage bereits ausführlich online informieren und führt oft dazu, dass die gewünschten Standorte vorab auf wenige eingeschränkt oder direkt sehr spezifische Informationen über das wirtschaftliche Umfeld gewünscht werden.

Mit der Konzeption des Standortmagazins aHEAD und der Standortwerbekampagne „Wussten Sie schon, dass…?“ wurden erste neue Wege in der Vermarktung der Region eingeschlagen.

Die AGIT organisierte 2009 zum vierten Mal im Auftrag des Innovationspreis-Kuratoriums, dem u. a. die Landräte der Kreise Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg und der Oberbürgermeister der Stadt Aachen angehören.

Das Regionale Gewerbeflächenkonzept wurde 2009 fortgeschrieben. Hierzu wurde das regionale Gewerbeflächenangebot und der voraussichtliche zukünftige Gewerbeflächenbedarf ermittelt; außerdem sind unter dem Aspekt der (inter)nationalen Ansiedlungswerbung die „regional bedeutsamen Gewerbeflächen“ detailliert überprüft und neu festgelegt worden. Mit dem Konzept wurden Anstöße zur Lösung zentraler Zukunftsfragen der regionalen Gewerbeflächenentwicklung gegeben.

Die euregionale Zusammenarbeit konnte weiter vorangetrieben werden. Federführende Partner der Initiative Top-Technologie-Region Eindhoven - Leuven – Aachen (TTR ELAt) sind auf deutscher Seite die AGIT mbH und die Stadt Aachen. Erst Mitte März dieses Jahres trafen alle Projektpartner und politischen Entscheidungsträger aus den Niederlanden, der Wallonie, Flandern und Nordrhein-Westfalen zusammen, um das Aktionsprogramm zu präsentieren. Die sechs Aktionslinien, die u.a. die Vernetzung technologieorientierter Branchen, grenzüberschreitende institutionelle Abstimmung, gemeinsame Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel sowie Marketingaktivitäten umfassen, sollen nun aktiv vorangetrieben werden.

Fördern.

Um die Aktivitäten der Regionalentwicklung zu stärken, wurde im Juni 2009 Ulrich Schirowski zum weiteren Geschäftsführer ernannt.

Im vergangenen Jahr ist es der Region wieder gelungen, das Motto der NRW-Landesregierung „Stärken stärken“ erfolgreich umzusetzen. Mit 86 Siegerprojekten belegt die Region Aachen den Spitzenplatz im NRW-Vergleich. Rund 80 Millionen Euro sind so seit 2007 in regionale Projekte geflossen.

Mit bis zu 15 Millionen Euro fördert das Innovationsministerium die Medizinforschung in der Region, die aus dem NRW-EU-Ziel 2-Programm im Rahmen des Medizintechnikwettbewerbs "InnoMeT.NRW" bereitgestellt werden. Mehr als 40 Partner in sieben Teams schließen sich in einem Forschungsverbund zusammen, in dessen Mittelpunkt die Suche nach medizintechnischen Lösungen für Herz-Kreislauferkrankungen steht. Eines der sieben Verbundvorhaben wird die Entwicklung des Medizin-Clusters vor Ort vorantreiben und zentrale Aufgaben wahrnehmen. Das Konsortium vereint die Kräfte der regionalen Partner AGIT, AKM, LifeTecAachen-Jülich und dem Institut für Angewandte Medizintechnik der RWTH Aachen.

2009 startete das Projekt Galileo above, das sich zum Ziel gesetzt hat, neue Anwendungsfelder des künftigen europäischen Satellitensystems Galileo zu erschließen. Mit Standorten in Aldenhoven (AutomotiveGate) und Wegberg-Wildenrath (RailGate) werden sichtbare Zeichen für den Innovationscharakter der Region gesetzt. Als AGIT-Ausgründung wird im Sommer aus dem aachen innovation center aic heraus eine Gesellschaft zusammen u.a. mit der RWTH Aachen entstehen, deren Aufgabe es sein wird, den späteren Betrieb der beiden Testumgebungen zu übernehmen.

In der Netzwerk- und Clusterarbeit der AGIT wurden neben den etablierten Themen Life Sciences, Automobiltechnik, und ICT die Bereiche Gesundheitswirtschaft, Energie und Logistik mehr in den Fokus gerückt.

Die Regionalagentur Aachen unterstützte 2009 wieder erfolgreich die Umsetzung arbeitspolitischer Themen und Programme in der Region.

Beispielsweise wurden kleine und mittlere Unternehmen im Rahmen der Förderinstrumente Potenzialberatung, Betriebliche Modellprojekte, Bildungsscheck und Bildungsprämie dabei unterstützt, ihre Personal- und Organisationsent-wicklungsprojekte umzusetzen.

Der Bildungsscheck blieb im vergangenen Jahr weiter auf Erfolgskurs: Es wurden rund 2 750 Beratungsgespräche in den insgesamt 15 Beratungsstellen geführt, davon über 1 700 auf betrieblicher und mehr als 1 030 auf individueller Ebene. Ein besonderer Schwerpunkt lag mit 36 Prozent der Weiterbildungen im Gesundheitswesen, womit Aachen eine Spitzenstellung landesweit einnimmt.

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