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Untersuchung zum Gründungsgeschehen in der Region - Hälfte der Jungunternehmen überwindet die Startprobleme

Aachen. Die Zahl der neuen Unternehmen in der Wirtschaftsregion Aachen reicht bisher nicht aus, um die Beschäftigungslage deutlich zu verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt ein Monitoring des STARTERCENTER NRW in der GründerRegion Aachen. In der Untersuchung wird empfohlen, die fachliche Unterstützung der Jungunternehmer auszuweiten.

Ingesamt 10.605 Gewerbeanmeldungen wurden 2009 im Kammerbezirk Aachen registriert, 141 oder 1,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Positiv entwickelte sich auch der Gründungssaldo. Nach Abzug der Liquidationen (8.852) stieg die Gesamtzahl der Firmen in der Wirtschaftsregion Aachen um 1.753; dies waren 15,9 Prozent mehr als 2008.

Diese Angaben des statistischen Landesamtes bedürfen allerdings einer klaren Einordnung, so Friedrich-Wilhem Weber, Leiter des STARTERCENTER. Nach der Berechnungsmethode des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn, die auf den tatsächlichen Markteintritt abstellt, gab es 2009 in der Aachener Region 3.250 Vollerwerbs- und 3.200 Nebenerwerbsgründungen. In 1.030 Fällen ging es um den Aufbau einer Hauptniederlassung, in 580 Fällen um eine Betriebsübernahme durch Erbfolge. Bei den restlichen Gründungen handelte es sich um formale Eintragungen ohne wirtschaftliche Tätigkeit.

650 Jungunternehmer kamen aus der Arbeitslosigkeit und 810 haben einen Migrationshintergrund. 30 Prozent der Gründungen entfielen auf Frauen.

Mit 28,5 Prozent hatte der Handel den größten Anteil an den Gründungen im der Wirtschaftsregion Aachen Es folgten die Sektoren Dienstleistungen (19,5 Prozent), freie Berufe (13,6 Prozent) und Handwerk (10,6 Prozent).

Rund 250 Gründungen entfielen auf akademische Berufe; sie führten zur Einrichtung von etwa 980 neuen Stellen. Nach Berechnungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim beträgt der Beschäftigungsfaktor in diesem Bereich 3,9.

Konservativ gerechnet schufen die 3.000 Vollerwerbsbetriebe im Kleingewerbe 4.020 Arbeitsplätze. Danach liegt die durchschnittliche Zahl der neuen Stellen pro Gründung bei 1,34.

Für die Bewertung des Gründungsgeschehens in der Aachener Region ist der Blick auf die Bestandsfestigkeit der Jungunternehmen wichtig. Zwölf Monate nach der Gewerbeanmeldung, so Zahlen der Kammern, ist noch die Hälfte von ihnen wirtschaftlich aktiv, die übrigen sind vom Markt verschwunden. Nach fünf Jahren stehen noch 55 Prozent der Betriebe eines Gründungsjahrgangs im Wettbewerb; sie haben die Startprobleme überwunden und gute Aussichten, dauerhaft zu bestehen.

"Die Untersuchung zeigt, dass wir noch mehr auf die qualitativen Faktoren achten müssen", kommentiert Ralf W. Barkey, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für die Region Aachen, die Kernergebnisse der Untersuchung. In Zukunft sei es wichtig, nicht einseitig auf technologieorientierte Gründungen zu setzen, sondern auch die übrigen Sparten intensiv zu fördern. Eher konventionell ausgerichtete Jungunternehmen in allen Wirtschaftsbereichen trügen erheblich zum Beschäftigungsaufbau in der Aachen Region bei, und zwar deutlich mehr als bisher angenommen.

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