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31.07.10

Gute Entwicklungen in der Region trotz abfließender Kaufkraft

Aachen. Auf Grundlage der Daten von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) veröffentlicht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen weitere Einzelheiten zur Kaufkraft in der Region.

Demzufolge sind gute zehn Prozent der Kaufkraft aus dem Raum Aachen abgeflossen. Auch in Nordrhein-Westfalen bleibt die Kaufkraft nicht zu 100 Prozent vor Ort. Bundesweit fließen 6,7 Prozent ab.

In der Region zeigt die IHK-Auswertung starke Unterschiede. Positiv stellt sich die Entwicklung für Einzelhändler in den Städten Aachen, Düren, Euskirchen, Herzogenrath, Kall, Niederzier und Würselen dar. Mit 259 Millionen Euro (+19,5 Prozent) hat die Stadt Aachen die höchsten Zuflüsse.

Auch dort, wo die Kaufkraft abgeflossen ist, stellt sich die Lage bisweilen im Einzelnen gut dar: So hat zum Beispiel die Stadt Hückelhoven auf die Entwicklungen in den letzten Jahren reagiert: Dort wurde die Innenstadt umgebaut, das Hückelhovencenter an der Nahtstelle zur Innenstadt angesiedelt und 2200 kostenfreie Parkplätze zur Verfügung gestellt. Der Erfolg: So konnte Hückelhoven 35 Millionen Euro an Kaufkraft zurückholen.

30.07.10

Lebenswichtige Qualitätssicherung aus dem Mittelstand - Medizintechnik setzt auf praxisgerechte Seriennummernverwaltung

Aachen. Die einwandfreie Funktion medizinischer Geräte in den Life Sciences kann für Patienten lebenswichtig sein. Für die Qualitätssicherung ist die lückenlose Rückverfolgbarkeit aller Komponenten von herausragender Bedeutung; dementsprechend hoch sind die Anforderungen an die eingesetzte Software. Die spezifische Lösung der Prodesse GmbH bietet praxisgerechte Seriennummernverwaltung, an der Standardsysteme oftmals scheitern.

Medizintechnik zeichnet sich besonders durch die interdisziplinäre Kombination von Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin aus. Hier hat die Technologieregion Aachen z. B. durch das MTZ (Medizintechnisches Zentrum) auf sich aufmerksam gemacht. „Der Raum Aachen ist aber auch Heimat des Kompetenzkreises IT, der RWTH und des Universitätsklinikums – ideale Voraussetzungen für Forschung und Entwicklung“, erläutert Horst Benecke, Kreisgeschäftsführer des BVMW.

Unternehmen aus der medizintechnischen Branche stellen hochmoderne Produkte her, von denen manche am Patienten eingesetzt werden und lebenserhaltende Funktionen übernehmen können. Besonders bei Implantaten muss die Qualität daher von Anfang an sichergestellt werden, und auch nach Jahre nach dem Verkauf muss jede einzelne Komponente rückverfolgbar sein. „Standardsoftware stößt hier sehr schnell an ihre Grenzen“, so Christian Müller, Geschäftsführer der Prodesse GmbH und Mitglied im Kompetenzkreis IT. „Doch mangelhafte Detailtiefe und praxisferne Handhabung sind aufgrund der Bedeutung medizinischer Anwendungen nicht hinnehmbar.“


Life Sciences profitieren von IT-Lösungen aus dem Mittelstand

Das von Prodesse entwickelte Tool ermöglicht einen lückenlosen Nachweis aller verwendeter Komponenten: Beim Wareneingang gelieferter Teile werden z. B. Lieferant, Lagerbestand und Datum erfasst; zusätzlich werden auch die Prüfergebnisse dokumentiert, da jedes gekaufte Teil einer höchst gewissenhaften Prüfung unterliegt. Auch nach dem Verkauf des fertigen Geräts– bspw. für den Fall einer Reklamation oder zeitlich begrenzter Produkte – bleibt alles hundertprozentig erfassbar. Jedes Teil erhält dabei eine interne, eindeutige Seriennummer – selbst nicht dezidierte Komponenten wie einzelne Tropfen Kleber. Grafische Funktionen ermöglichen eine intuitive und zeitsparende Bedienung während der Arbeit und stören somit die Konzentration des Personals nicht. Zudem prüft das System die vom Erfasser gemachten Angaben während der Arbeit auf unterschiedliche Weise, um Fehleingaben zu verhindern, die das gesamte Produkt sofort unbrauchbar machen würden.

Auch den besonderen Anforderungen in der Medizintechnik wird genüge getan. Eingangsseriennummern von zentralen Teilen können z. B. in der Stücklistenstruktur weitergeführt werden, sodass eine Komponente dieselbe Seriennummer erhält wie das wichtigste Teil, welches darin verbaut wurde. „So wird eine Rückverfolgbarkeit praxisgerechter Art erzeugt, die der besonderen Arbeitsweise des Herstellers folgt“, so Müller weiter.

12.07.10

Neuer Zertifikatkurs macht Führungskräfte zu RFID-Experten - „Chief RFID Manager“ soll Unternehmen zum Erfolg verhelfen

Aachen. RFID-Interessierte haben noch bis Ende Juli 2010 die Chance, einen Frühbucherplatz in dem neuen Zertifikatkurs „Chief RFID Manager“ zu ergattern und über 500 Euro zu sparen.

In Zusammenarbeit mit der „European EPC Competence Center (EECC) GmbH“ veranstaltet das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen im November dieses Jahres den fünfeinhalbtägigen Zertifikatkurs. Ziel des Kurses „Chief RFID Manager“ ist es, Führungskräfte dafür zu qualifizieren, RFID-Projekte in ihren Unternehmen eigenständig durchzuführen.

Ein Highlight des Kurses ist die Demonstration der Verknüpfung von ERP(Enterprise-Resource-Planning)-Systemen und RFID-gestützter Datenerfassung. „Die künftigen Chief-RFID-Manager werden erleben, welchen Einfluss die verbesserte Datenverfügbarkeit durch den RFID-Einsatz zusammen mit der Integration von ERP-Systemen über verschiedene Wertschöpfungsstufen und Unternehmen hinweg hat“, verspricht Theo Lutz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am FIR und Mitorganisator des RFID-Zertifikatkurses. Mittels RFID gewonnene Daten, wie zum Beispiel zum Wareneingang und –ausgang und zu den Beständen, werden direkt in ERP-Systemen verfügbar gemacht. Die zusätzliche Transparenz hilft beispielsweise Produzenten, Groß- und Einzelhändlern entlang einer Lieferkette dabei, adäquat auf Bestandsänderungen, Anfragen, Bestellungen, Lieferavis und Angebote zu reagieren. „Unternehmen, die die RFID-Technologie nutzen, können so deutlich schneller und genauer planen und agieren“, erklärt Lutz.

Der Zertifikatkurs besteht aus vier Modulen mit folgenden Schwerpunkten:
Das erste Modul beleuchtet das Thema „RFID-Hardware“. Neben den nötigen physikalischen Grundlagen werden die wichtigsten RFID-Standards behandelt. Zu diesen Standards gehört unter anderem die RFID-Transponder-Technik. Deren Leistungsfähigkeit wird den Teilnehmern anschaulich demonstriert. So lernen die Seminarbesucher bereits nach der ersten Kurseinheit, Möglichkeiten und Einschränkungen innerhalb eines RFID-unterstützten Prozesses einzuschätzen.

Dieses Know-how wird im zweiten Seminarteil weiter vertieft. Anhand typischer RFID-Anwendungsbeispiele werden Anforderungen, Ausprägungen sowie die Anzahl nötiger Bauteile, wie zum Beispiel Transponder oder Lesegeräte, für den Einsatz der Technologie im Unternehmen erarbeitet. Mithilfe dieses Wissens kann schnell eine erste Einschätzung der erforderlichen Bedingungen für den geplanten RFID-Einsatz getroffen werden.

Nachdem in den ersten beiden Modulen die Thematiken RFID-Hardware und Anwendungen behandelt wurden, befasst sich die dritte Kurseinheit mit der nötigen Software. Der Einfluss von RFID geht weit über das Anbringen von Transpondern auf Objekten hinaus. Für eine ganzheitliche Bewertung ist daher eine Betrachtung der betroffenen Softwaresysteme unerlässlich. Die Anwendungsszenarien stellen unterschiedliche Anforderungen an die Datenverfügbarkeit und die dazu benötigte IT-Infrastruktur. Neben wichtigen Softwaresystemen und -standards wird dementsprechend in diesem Modul auch die Integration in bestehende IT-Landschaften bearbeitet.

Im vierten Modul lernen die Teilnehmer, aufbauend auf die drei vorherigen Themengebiete, wie der RFID-Einsatz strukturiert geplant und bewertet werden kann. Dazu werden bestehende Prozesse und deren Verbesserungspotenziale analysiert, die passende Technologie ausgewählt und deren Einsatz auf Euro und Cent bewertet. Durch dieses Wissen werden die Kursteilnehmer in die Lage versetzt, auf Basis fundierter Zahlen Entscheidungen zu treffen.

Ergänzt wird der RWTH-Zertifikatkurs durch zahlreiche Vorträge von Vertretern aus der Industrie, wie zum Beispiel Dr. David Frink, Vorstand für Produktion, Logistik und IT bei der Gerry Weber International AG. Der Kurs findet in zwei Teilen statt, der erste Teil vom 4. bis zum 5. November bei der „European Competence Center GmbH“ in Neuss und der zweite Teil vom 17. bis zum 20. November am FIR in Aachen.

Eine Anmeldung ist noch bis zum 15. Oktober 2010 möglich. Die reguläre Teilnahmegebühr liegt bei 3.550 Euro, Frühbucher zahlen bis zum 31. Juli 2.990 Euro. Weitere Informationen zum RFID-Zertifikatkurs sind online abrufbar: www.zertifikatkurs-chief-rfid-manager.de.

05.07.10

FIR entwickelt neuartige Planungs- und Steuerungslogik für den Maschinen- und Anlagenbau

Aachen. Am 15. Juni 2010 startete das Forschungsprojekt „Wandlungsfähige Produktionssysteme durch integrierte IT-Strukturen und dezentrale Produktionsplanung und -steuerung“, kurz „WInD“, des Forschungsinstituts für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen. Die Forschungsergebnisse des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts sollen die Produktionsplanung und -steuerung völlig neu gestalten. Das veraltete Planungskonzept des „Manufacturing Resource Plannings“ (MRP II) soll dabei durch eine neue Logik ersetzt werden. Das Bahnbrechende an dem neuen Konzept ist, dass die Verarbeitung von Echtzeitdaten in einem wesentlich höheren Maß als heute ermöglicht wird. Hier besteht in der Produktionsplanung, insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau in Bezug auf Terminermittlung sowie Auftragsfortschrittsüberwachung, noch erhebliches Potenzial.

„Die Branche ist sehr dynamisch und anspruchsvoll. Produktindividualität, Lieferzeit und Termintreue beeinflussen entscheidend das Kaufverhalten“, erklärt Wolfgang Sticht, Leiter Unternehmensprozesse, IT und Auftragszentrum der Burkhardt GmbH in Bayreuth, einem mittelständischen Hersteller von Stanzautomaten und Zuführtechnik, der sich zudem mit einem hohen Preisdruck konfrontiert sieht und deshalb das Projekt WInD aktiv als Partner unterstützt.

Die umfangreichen und individuellen Kundenwünsche stellen die Unternehmensprozesse häufig auf eine harte Probe und sind für viele Firmen im Maschinen- und Anlagenbau eine enorme Herausforderung.

Hinzu kommt, dass in der bisherigen Produktionsplanung Entscheidungen häufig auf Basis von Annahmen oder falschen Werten getroffen werden. Unrealistische Durchlaufzeiten in der Fertigung oder nicht gepflegte Wiederbeschaffungszeiten bei Fremdbezug führen in der Konsequenz zu Lieferverzögerungen. Zudem bestehen Schwierigkeiten beim Datenaustausch zwischen den unterschiedlichen IT-Systemen der Netzwerkpartner oder der unterschiedlichen Abteilungen innerhalb des Unternehmens. Diese Schwierigkeiten gehen häufig zu Lasten der Datenqualität oder -verfügbarkeit.

Ein Ziel von WInD besteht demnach darin, durch neue Standards die Unternehmensprozesse zu vereinfachen und
unterschiedliche IT-Systeme problemlos miteinander zu verknüpfen.

„Durch WInD greifen wir das Thema der hochauflösenden Produktion auf. Mit dem Projekt beabsichtigt das FIR, eine Planungs- und Steuerungslogik zu entwickeln, mit der es möglich ist, bestehende Echtzeitdaten realitätsgetreu zu generieren, zu erfassen und zu verarbeiten“, so Tobias Brosze, Bereichsleiter Produktionsmanagement am FIR.

Ein weiteres wichtiges Ziel des Projekts ist der Ausbau der am FIR entwickelten Integrationsplattform myOpenFactory (www.myopenfactory.com). Die Plattform ermöglicht den automatisierten Belegaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg und soll um zusätzliche Funktionen für den Maschinen- und Anlagenbau ergänzt werden. Diese sollen dabei den nach DIN PAS 1074 beschriebenen Standard zur überbetrieblichen Auftragsabwicklung erweitern.

In der Summe führen die Ergebnisse des Forschungsprojekts zu einer deutlichen Verbesserung der Planungsbasis im Maschinen- und Anlagenbau. Unnötige Sicherheitsbestände können so abgebaut und die Flexibilität erheblich gesteigert werden.

Weitere Informationen zum Projekt sind online abrufbar unter: www.win-d.de

01.07.10

Das World Trade Center (WTC) Heerlen Aachen plant Erweiterung

Aachen. Das World Trade Center (WTC) Heerlen Aachen im grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Avantis plant zeitnah eine Erweiterung um 3.500 auf dann 6.000 Quadratmeter. Ein Ausbau späterer Ausbau auf 10.000 Quadratmeter ist vorgesehen. Das beschloss der Aufsichtsrat bei seiner letzten Sitzung. Bereits seit längerem wurde über eine Ausweitung der Büroflächen nachgedacht, da 90 Prozent der Flächen vermietet sind. Ein Investor für den Neubau wurde bereits gefunden und für 40 Prozent der Flächen liegen bereits konkrete Mietzusagen vor.

Der Aachener Unternehmensberater Professor Dr. Ulrich Daldrup wurde als Nachfolger von Drs. L. Rulkens zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Als Geschäftsführer ist wird er von J. Dijkstra unterstützt, der diese Funktion Anfang 2010 von Jürgen Drewes übernommen hat. Jürgen Drewes ist in den Aufsichtsrat gewechselt.

Mieter im WTC sind sowohl deutsche als auch niederländische Unternehmen. Der Neubau soll die internationale Ausrichtung und die damit verbundene Dynamik weiter verstärken. Die neue Führungsspitze macht den grenzüberschreitenden deutsch-niederländischen bzw. euregionalen Charakter des WTC deutlich: Beide haben internationale Erfahrung, sind in der Euregio Maas-Rhein gut vernetzt und sehen vielversprechende Chancen, die bisherige positive Entwicklung des WTC in den kommenden Jahren fortzusetzen.