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29.11.10

Innovationspreis Region Aachen 2010: Feierliche Auszeichnung regionaler Unternehmen

Region Aachen. Am 26. November wurden im Rahmen eines Festabends im Krönungssaal des Aachener Rathauses drei Unternehmen mit dem mit jeweils 5 000 Euro dotierten Innovationspreis Region Aachen 2010 ausgezeichnet. In den drei Kategorien „Gründung“, „Wachstum“ und „Handwerk“ hatten sich insgesamt 31 Unternehmen beworben.

In der Kategorie Gründung überreichte Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren, den Preis an das Unternehmen ANM Adaptive Neuromodulation GmbH aus Jülich für die Entwicklung der akustischen Coordinated Reset (CR) Neuromodulation, die Krankheits-Symptome bei Tinnitus-Patienten reduziert.

Etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland hören einen ständigen Ton, und das oft über mehrere Jahrzehnte. Der chronische Tinnitus macht vielen ein normales Leben nahezu unmöglich. Dabei werden die Geräusche, die vom Ohr aufgenommen werden, bei der Übertragung zum Gehirn unterbrochen und die entsprechenden Nervenzellen produzieren aufgrund der fehlenden Sinneseindrücke selber Töne. Durch die Überaktivität der Zellen werden diese immer stärker vernetzt, wodurch die krankhafte Aktivität immer besser funktioniert, und das Gehirn das Phantom eines Geräusches erlernt hat. ANM hat mit der akustischen CR-Neuromodulation eine völlig neue, hocheffektive Therapiemethode entwickelt, die mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms ein akustisches Tinnitus-Profil erstellt. Das Gehörte bringt die hochsynchron arbeitenden Zellen aus dem Takt, wodurch sich die entstandenen Vernetzungen lockern und das Gehirn den krankhaften Tinnituston verlernt. Inzwischen hat das ANM-Team auf Grundlage der CR-Technologie, die der Gründer Prof. Dr. Peter Tass am Forschungszentrum Jülich erarbeitet hat, einen Hirnschrittmacher entwickelt, der demnächst Parkinson-Patienten heilen soll.

In der Kategorie Wachstum erhielt die DASGIP AG aus Jülich den Preis aus den Händen von AGIT-Geschäftsführer Ulrich Schirowski für die Entwicklung der DASGIP iApp, der weltweit ersten Applikation zur mobilen Überwachung und Steuerung paralleler biotechnischer Kultivierungs-prozesse mit mobilen Endgeräten.

DASGIP entwickelt und produziert parallele Bioreaktorsysteme, in denen Zellen oder Bakterien kultiviert werden. Da nicht planbar ist, wann und wie die Kulturen auf kleinste Veränderung der verschiedenen Parameter reagieren, mussten Wissenschaftler bisher ununterbrochen dem Prozess beiwohnen, um so das Fehlschlagen kostspieliger und zeitaufwendiger Versuchsreihen zu verhindern. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen fand DASGIP die Lösung: Ein mobiles Überwachungssystem der Reaktoren mit der Möglichkeit der Fernsteuerung. Mit der speziellen Applikation können die Anwender nun alle relevanten Prozessinformationen in bis zu 16 parallel laufenden Reaktoren von jedem beliebigen Standort mit mobilen Endgeräten wie dem iPhone oder dem iPod Touch online überwachen und ggf. sofort intervenieren. Die DASGIP iAPP dokumentiert die weltweite Innovations- und Technologieführerschaft der Firma und trägt zum Wachstum des Unternehmens bei, das derzeit in den Standort investiert.

In der Kategorie Handwerk konnte die ELTEBA GmbH & Co. KG aus Heinsberg-Oberbruch den Preis durch Stephan Pusch, Landrat des Kreises Heinsberg, in Empfang nehmen.

ELTEBA plant, baut und programmiert komplexe Schaltanlagen, die dafür sorgen, dass Maschinen präzise ihre Aufgaben verrichten oder bei Produktionsstraßen genau zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle das Gewünschte passiert. Um solche komplexen Anlagen zu bauen, beschäftigen sich verschiedene Fachleute mit der Planung der unterschiedlichen Details, die später aufeinander abgestimmt werden müssen. Um die zeitintensiven Prozesse zu optimieren, hat das Unternehmen ein auf gängige Software basierendes, flexibles Baukastensystem entwickelt: Jeder bisher entwickelte Wissensbaustein landet in einem Pool und die Komponenten werden sofort an ihren entsprechenden Platz verwiesen. Erfolgt ein Auftrag, wird der Computer mit den erforderlichen Anforderungen gespeist, und das Baukastensystem sucht nach den erforderlichen Informationskomponenten, setzt sie zusammen und erstellt die Pläne zum Bau der Schaltanlage. Durch die Innovation werden die Arbeitsabläufe verkürzt bei einer Erhöhung der Qualität. Seit Einführung des Systems im vergangenen Jahr hat ELTEBA gegen den allgemeinen Trend die Produktion und damit seinen Umsatz und die Mitarbeiterzahl deutlich steigern können.

Anerkennungsurkunden gab es für die anderen nominierten Unternehmen EURECERT® Deutschland aus Linnich und IA Tech GmbH aus Jülich in der Kategorie Gründung, für Dr.-Ing. Jürgen Berbuer Prototypen- und Prüfanlagenbau, Aachen, und Sihl GmbH in Düren in der Kategorie Wachstum sowie in der Kategorie Handwerk für Orthopädie- & Berufsschuhtechnik Giesa aus Aachen und Jürgen Hohnen GmbH Wärme-Wasser-Umwelt aus Heinsberg.

Zur Preisverleihung
Im Rahmen des von der AGIT organisierten Festabends wurden die Innovationen aller neun nominierten Unternehmen vor rund 500 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien filmisch präsentiert, und der jeweilige Preisträger bekannt gegeben. Die Festrede hielt Dr. Joseph Pankert, General Manager Laser Ventures und Vizepräsident bei Philips Lighting, über „Das Mooresche Gesetz und die Aachener Region“. Die musikalische Begleitung übernahm der bekannte Musiker Manfred Leuchter zusammen mit dem Klarinettisten Johannes Flamm.
Als Hauptsponsoren unterstützten den diesjährigen Innovationspreis die Sparkassen der Region Aachen. Weitere Sponsoren waren S-UBG AG und Prospekt Fernsehproduktion GmbH sowie FEG Textiltechnik Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH, GIF Gesellschaft für Industrieforschung mbH, Stellwerk BV, QUIP AG und Hamacher Maschinenbau GmbH.

26.11.10

Acht bundesbeste Azubis aus der Region - IHK Aachen lobt Spitzenleistung

Aachen. "Einen solchen Azubi habe ich in meinen 30 Jahren als Ausbilder noch nicht erlebt" - und das meint Ausbilder Paul Jansen vom Forschungszentrum Jülich ganz und gar nicht negativ. Denn sein "Ausnahme-Azubi" Carsten Karbach hat alle Prüfungen für den Mathematisch-technischen Software-Entwickler (MATSE) mit 100 Prozent bestanden. "Eine absolute Seltenheit", bestätigt Heinz Gehlen, Leiter der Berufsbildung in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen. Insgesamt acht Azubis aus dem Kammerbezirk - darunter vier aus dem Kreis Düren sowie jeweils einer aus den Städten Aachen, Erkelenz, Euskirchen und Stolberg - haben ihre Ausbildung in diesem Jahr mit einem glänzenden Ergebnis abgeschlossen, so dass sie in die bundesweite Bestenliste aufgenommen wurden. "Auch Berufssschulen haben an diesen exzellenten Ergebnissen Anteil; sie haben Schüler frühzeitig motiviert," betont Gehlen.

In NRW gibt es dieses Jahr 49 Bundesbeste. "Dass jeder sechste von ihnen aus unserer Region kommt, ist ein beachtliches Ergebnis und macht uns stolz", so Gehlen von der IHK. Er wird dabei sein, wenn die Prüflinge am 13. Dezember zusammen mit über 200 weiteren Bundesbesten im Maritim Hotel in Berlin geehrt werden. Bundesministerin Ursula von der Leyen wird auf dieser 5. Nationalen Bestenehrung die Festrede halten.

Das überdurchschnittliche Ergebnis schafften manche trotz Doppelbelastung: So war Tobias Ohrem parallel zu seiner Ausbildung noch im Fach Bauingenieurwesen eingeschrieben. Den Kontakt zum Betrieb will er halten, um nächstes Jahr nach dem Studium möglichst nahtlos ins Berufsleben einzusteigen. Carsten Karbach hat neben seiner Ausbildung auch sein Bachelorstudium mit "sehr gut" absolviert. Lucien Caspers, ausgebildet als Chemielaborant, studiert mittlerweile in Tübingen, will aber nach dem Studium wieder zurück in die Region. Zwei der Azubis haben einen Migrationshintergrund. Einige von ihnen sind direkt in ihrem Ausbildungsbetrieb geblieben. Sie alle kommen aus den unterschiedlichsten Berufssparten wie der Beton- und Stahlbetonindustrie, der Süßwarentechnik, dem kaufmännischen Bereich und der Elektroindustrie.

25.11.10

Millionen für Jülicher Neutronenforschung BMBF fördert Beitrag des Forschungszentrums zur europäischen Spallationsquelle ESS

Jülich / Berlin, 25. November 2010 - Das Forschungszentrum Jülich erhält rund 6,4 Millionen Euro Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für seinen Beitrag an der Planungsphase der europäischen Spallationsquelle ESS im schwedischen Lund. Thomas Rachel, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, überreichte in Berlin den Bewilligungsbescheid an Prof. Sebastian M. Schmidt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums und Koordinator der deutschen Beiträge für die ESS. Insgesamt fördert das BMBF die an der Planungsphase beteiligten deutschen Forschungseinrichtungen und Universitäten mit zunächst 15 Millionen Euro.

"Neutronen sind heute aus der Wissenschaft nicht mehr wegzudenken - von der Grundlagenforschung bis zur anwendungsnahen Forschung in den Werkstoffwissenschaften, der Biologie oder Medizin. Die Spallationsquelle in Lund wird weltweit die leistungsfähigste sein und für die europäische Forschung ganz neue Möglichkeiten eröffnen", sagte Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel. "Mit der Bewilligung startet Deutschland seine Beteiligung an diesem einzigartigen Großgerät." In Deutschland liefern neben dem Forschungszentrum Jülich die Helmholtz-Zentren in Geesthacht und Berlin, das Karlsruher Institut für Technologie, die Forschungszentren DESY und Dresden-Rossendorf sowie die TU München Beiträge zur Aktualisierung der Pläne für die ESS. Die Anlage in Lund, an der sich 16 europäische Länder beteiligen, wird auf rund 1,5 Milliarden Euro taxiert. Der Baubeginn ist für 2013 vorgesehen, 2019 soll die Anlage die ersten Neutronen liefern.

"Wir freuen uns über die Förderung, die eine Anerkennung für die wissenschaftliche und technische Kompetenz ist, die das Forschungszentrum Jülich in das Projekt einbringt", sagte Sebastian M. Schmidt. "Neutronenstreuung ermöglicht einzigartige Einblicke in die Materie. Die ESS wird in absehbarer Zeit europäischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung stehen." Schmidt gehört dem Steering Committee der ESS an.

Nach der Entscheidung für den Bau der europäischen Spallationsquelle in Schweden müssen die Pläne für das Projekt überarbeitet und aktualisiert werden. Die deutschen Zentren arbeiten dabei eng mit den schwedischen Partnern zusammen: "Der Erfolg der Initiative unserer deutschen Partner sendet ein äußerst positives Signal an alle Beteiligten an der ESS", sagte Colin Carlile, CEO und Generaldirektor der ESS. "Dieser Beitrag ist höchst willkommen, zumal in Deutschland die Neutronenforschung eine lange Tradition hat, auf der wir aufbauen wollen."

Die Kosten für den deutschen Anteil am "Design-Update" werden mit insgesamt 21 Millionen Euro beziffert. Allein das Forschungszentrum Jülich beteiligt sich mit 9 Millionen Euro an der Aktualisierung der Pläne, rund 6,4 Millionen Euro davon steuert jetzt das BMBF bei.

Neutronen sind elektrisch neutrale Bausteine der Atomkerne. Sie werden in Forschungsreaktoren oder Spallationsquellen erzeugt und auf die zu untersuchenden Proben gelenkt. An den Atomen und Molekülen der Proben "prallen" sie ab; dabei können sie ihre Richtung und Geschwindigkeit ändern. Die Art dieser "Streuung" gibt Auskünfte über die Anordnung und Bewegung der Atome in der Probe, die Methoden wie Röntgen oder Elektronenmikroskopie verborgen bleiben. Mit Neutronen untersuchen Jülicher Forscher beispielsweise magnetische Materialen für die Informationstechnologie oder die sogenannte "Weiche Materie", zu der industriell wichtige Kunststoffe oder medizinisch interessante Eiweißstoffe zählen.

19.11.10

In Jülich entsteht eines der modernsten Nanoelektronik-Labore Europas

Jülich, Mit dem offiziellen Spatenstich begann heute der Bau der Helmholtz Nanoelectronic Facility (HNF). In den kommenden drei Jahren wird auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich ein modernes Reinraumzentrum mit rund 1000 Quadratmetern Fläche entstehen, in das eine Summe von rund 25 Millionen Euro investiert wird. In der HFN sollen unter anderem Materialien, Prozesse und Strukturen im Nanometerbereich für die nächste Generation der Halbleiter in den Chips von übermorgen entwickelt werden.

Für 9,8 Millionen Euro aus den Mitteln der Helmholtz-Gemeinschaft wird mit der HNF ein hochmodernes Reinraumzentrum entstehen. In wissenschaftliche Geräte und Betriebstechnik werden weitere 15,5 Millionen Euro investiert, neben den bereits durch Projekte beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Geräten. Der industriekompatible Gerätepark wird Anlagen zu Belichtung, Reinigung und Kontrolle von Wafern, zur Bearbeitung mit Ionenstrahlen (Ionenimplanter, Tandetron) und weitere nanoelektronische Prozesstechnik enthalten. In einem sogenannten Epitaxie- und Nanofabrikationscluster (NEC) werden eine Vielzahl von Geräten zur Herstellung, Prozessierung und Analyse von kleinsten Strukturen auf künstlichen Kristallen zusammengefasst. Ein verunreinigungsfreier Transport von Proben innerhalb der etwa 6 Meter mal 15 Meter großen Vakuumanlage ist so gewährleistet. Durch den modularen Aufbau bleibt jedoch sichergestellt, dass externe Nutzer aus Industrie und Universitäten mit ihren mitgebrachten Geräten in der neuen HNF arbeiten können.

"Mit der Helmholtz Nanoelectronic Facility macht Jülich einen großen Schritt nach vorn und trägt zur weiteren Stärkung der Forschungskompetenz in Deutschland bei. Es geht nicht nur um das bessere Verständnis von Halbleiterbauelementen der etablierten Siliziumtechnologie, sondern auch um Materialien und Konzepte für ganz neue Nano-Schaltkreise", erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, MdB, beim offiziellen Spatenstich. "Ich wünsche der HNF, dass sie sich auch zu einer Plattform für den Austausch von Wissen und Know-how weit über den Raum von Jülich und Aachen hinaus entwickelt und auch eine gute Basis für die Kooperation mit unseren europäischen Partnern darstellt."

Eine Forschungslinie am HNF wird die bewährte CMOS-Technik im industriekompatiblen 300-Millimeter-Wafer-Standard bis an die Grenze des physikalisch Machbaren treiben. Aber auch weit in die Zukunft weisende Schaltungen, die auf neuartigen Oxiden, Spins, Molekülen und sogar auf lebenden Zellen beruhen, können in der HNF bereits erprobt werden.

"Das Forschungszentrum Jülich ist eine der führenden Forschungsstätten für zukünftige Verfahren der Informationstechnologie", sagte Prof. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich. "Die HNF wird uns ermöglichen, diese Schlüsseltechnologie für Deutschland weiter auszubauen."

"Als zentrale Technologieplattform der Helmholtz-Gemeinschaft wird die HNF aber auch Industrie und Universitäten offenstehen", ergänzt Prof. Sebastian M. Schmidt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich. "Gemeinsam werden wir dieses Potenzial unter anderem dazu einsetzen, die Energieeffizienz von Computerchips im Sinne einer ,Green IT’ zu steigern." Eine besondere Rolle wird die enge Partnerschaft zur RWTH Aachen im Rahmen der Jülich Aachen Research Alliance (JARA) spielen. Hier werden die Kompetenzen der Partner in Lehre und Forschung gebündelt, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten und die Fundamente der zukünftigen Informationsverarbeitung zu legen.

In Jülich wurde beispielsweise bereits die neue Materialklasse Verspanntes Silizium entwickelt. Durch mechanische Dehnung weitet sich das Kristallgitter des Siliziums und verändert dabei seine elektronischen Eigenschaften: Ladungsträger können sich erheblich schneller durch den Transistor bewegen, die Leistungsaufnahme sinkt und die Schaltung wird energieeffizienter. Im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts Decisif schlagen Jülicher Forscher und ihre Partner nun die Brücke zur anwendungsreifen Technik. Die HNF soll in Zukunft viele weitere Erfolgsgeschichten dieser Art möglich machen.

"Die Informationstechnologie wird in den kommenden Jahren noch viele Innovationen hervorbringen", sind sich die HNF-Projektsprecher Prof. Andreas Offenhäusser und Prof. Detlev Grützmacher einig. Mögliche Anwendungen der Zukunft, auf die die Forschung hinarbeitet, sind etwa der Null-Watt-PC, nicht-flüchtige Computerspeicher oder innovative Sensoren aus der Verknüpfung von biologischen und elektronischen Komponenten. "Mit den strategischen Kompetenzen, die wir in der HNF bündeln, beschleunigen wir die Forschung auf diesem zentralen Feld", so Grützmacher und Offenhäusser.

16.11.10

Produktion am Standort Deutschland

Langzeitstudie zur Wettbewerbs- und Standortsicherung produzierender Unternehmen

Aachen. Das FIR an der RWTH Aachen startete gemeinsam mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am 15. November 2010 eine Langzeitstudie zum Thema „Produktion am Standort Deutschland“. Ziel dieser Studie ist es, im Zweijahresrhythmus Erfolgsfaktoren für eine dauerhaft wettbewerbsfähige Produktion am Standort Deutschland zu identifizieren.

„Die Gestaltung der ‚Produktion von morgen‘ ist ein wesentliches Ziel, das wir am FIR bereits seit über 55 Jahren verfolgen. Die Teilnahme an der Langzeitstudie bietet Unternehmen die Möglichkeit, Trends und Entwicklungen für das eigene Tagesgeschäft abzuleiten und zu nutzen“ unterstreicht Professor Volker Stich, Geschäftsführer des FIR.

Die Studie beinhaltet Fragen zu den Themen Produktionsplanung und -steuerung, IT-Unterstützung und Datenmanagement. Die Ergebnisse sollen individuelle Verbesserungspotenziale für produzierende Unternehmen in Deutschland aufdecken.

Volker Schnittler, Fachreferent Informatik vom VDMA, bestätigt: „Die Studie ist besonders interessant für Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Unsere Branche war in den letzten Jahren erheblich von der Wirtschaftskrise betroffen. Die Studienergebnisse werden insbesondere für diese Unternehmen Trends aufzeigen, um die Produktion in Deutschland langfristig zu sichern.“


Das FIR und der VDMA rufen interessierte Unternehmen auf, sich aktiv an der Studie zu beteiligen. Dazu hat das Institut auf der Internetseite www.win-d.de bis zum 28. Februar 2011 einen Fragebogen freigeschaltet.

Die Teilnahme an der Studie zahlt sich aus: Unter allen Teilnehmern werden insgesamt zehn Pakete zum kostenfreien Besuch ausgewählter Aachener Seminare und Messen verlost. Zusätzlich erhalten alle Teilnehmer eine kostenlose Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse.

Die Studie ist Teil des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsvorhabens „WInD“ (Förderkennzeichen: 02PR2160), bei dem unter Federführung des FIR die Entwicklung wandlungsfähiger Produktionssysteme vorangetrieben wird.

Weitere Informationen zum Projekt sind online abrufbar unter: www.win-d.de

Ausbildungsmarkt weiter im Plus

Aachen. Zwischen Wegberg und Weilerswist konnten zum Ende Oktober 4.296 neue Ausbildungsverträge registriert werden. Das sind 91 Verträge - 2,2 Prozent - mehr als vor einem Jahr. Den größten Zuwachs verzeichnet dabei der Kreis Euskirchen.

Bundesweit registrierten die Industrie- und Handelskammern (IHK) bis Ende Oktober 327.095 neue Ausbildungsverträge. Das sind trotz drei Prozent weniger Schulabgängern 0,2 Prozent mehr Verträge als im Vorjahresmonat. In Westdeutschland liegt der Zuwachs bei 2,0 Prozent, in Ostdeutschland liegen die Vertragszahlen demografiebedingt 7,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Damit setzte sich der positive Trend auch nach Beginn des Ausbildungsjahres fort.

"Diese unerwartet gute Entwicklung weist darauf hin, dass die Ausbildungsbetriebe vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels bereit sind, auch schwächeren Schulabgängern und so genannten Altbewerbern eine Ausbildungschance zu geben", so Heinz Gehlen, Leiter der Abteilung Ausbildung bei der IHK Aachen.

Den positiven Trend bestätigen ebenso die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit: Ende September standen im Kammerbezirk 211 freie Stellen für 157 unvermittelte Bewerber zur Verfügung. Die meisten unversorgten Jugendlichen gibt es im Raum Düren. Dort suchen noch rund 100 eine Ausbildungsstelle.

15.11.10

AiF würdigt Brückenbau zwischen Wirtschaft und Wissenschaft -Professor Michaeli mit Otto von Guericke-Medaille ausgezeichnet

Aachen. Die AiF – Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. verlieh Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Walter Michaeli die Otto von Guericke-Medaille. Diese bedeutende Auszeichnung nahm der Leiter des Instituts für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der RWTH Aachen während der Tagung des Wissenschaftlichen Rats (WR) der AiF am 9. November 2010 in Berlin entgegen.

Die Medaille hat in der industriellen Gemeinschaftsforschung eine besondere Bedeutung. Sie wurde seit der ersten Verleihung im Jahr 1967 bis zum heutigen Tage erst dreißig Mal verliehen; der vorherige Preisträger aus dem Jahr 2008 ist der langjährige frühere AiF-Präsident Johann Wilhelm Arntz.

Die AiF würdigt die Verdienste Michaelis für die industrielle Gemeinschaftsforschung wie folgt:

„Für diejenigen, die sie [Red.: die AiF] dabei in einer überragenden Weise unterstützen, hält die AiF ein besonderes Zeichen der Anerkennung bereit, die Otto von Guericke-Medaille.
[ …] Beachtlich ist das ehrenamtliche Engagement von Michaeli, der seit Jahren bei der Gestaltung eines kreativen Umfelds für technologische Innovationen in diversen Gremien der AiF sowie als Gutachter in der Industriellen Gemeinschaftsforschung mitwirkt. Er gehört zu den wichtigen Akteuren im Innovationsnetzwerk der AiF, die nachweislich erfolgreich Brücken zwischen Wirtschaft und Wissenschaft schlagen.“*

Die Medaille trägt als Inschrift den Spruch Vergils „Mens agitat molem“, zu Deutsch: „Der Geist bewegt die Materie“. Dieser Satz spiegelt sich auch im Anspruch des IKV und seines Institutsleiters wider, eine exzellente Lehre, eine praxisnahe Ausbildung sowie eine zielgerichtete und nutzbare Forschung zur Mehrung des Gemeinwohls zu bieten.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IKV freuen sich gemeinsam mit ihrem Chef über diese besondere Auszeichnung.

12.11.10

Wirtschaftstag Mexiko mit Botschafter in der IHK Aachen

Aachen. Mexiko ist wieder klar auf den Wachstumspfad zurückgekehrt, wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen bestätigt. Anlass für die Kammer, zum Wirtschaftstag Mexiko am 16. November in die Theaterstr. 6-10, Aachen, einzuladen.

"Neben Mexikos traditioneller Schlüsselbranche, der Automobil- und Zulieferindustrie, bieten auch Zukunftsbranchen wie Erneuerbare Energien, Umwelttechnologien, Luft- und Raumfahrt, Informationstechnologien sowie Sicherheits- und Medizintechnik Unternehmen aus der Region zahlreiche Geschäftschancen", so Frank Malis, Leiter der Abteilung Außenwirtschaft bei der IHK Aachen.

Als Ehrengast wird der Botschafter der Vereinigten Mexikanischen Staaten in Deutschland, Francisco N. González Díaz erwartet. Experten aus Mexiko und Deutschland informieren über Merkmale des mexikanischen Marktes und die aktuelle Lage. Zudem wird Dr. Ahmet Lokurlu, Geschäftsführer der Aachener Solitem GmbH, über seine unternehmerischen Erfahrungen in Mexiko berichten. Michael Kaps von der Deutschen Bank Aachen wird aktuelle Eindrücke von einer Wirtschaftsdelegationsreise nach Mexiko schildern.

Unter den nordrhein-westfälischen IHKs haben die Aachener den zweitgrößten Staat Lateinamerikas als Schwerpunkt im Beratungsprogramm.


Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch anmeldepflichtig.
Nähere Informationen erteilt:
Claudia Masbach,
Tel. 0241 4460-296,
claudia.masbach@aachen.ihk.de.

10.11.10

Weltrekord-Versuch auf Aachener Marktplatz - Metallbauermeister Walter Heinrichs und Team arbeiten zehn Stunden vor Publikum

Riesen-Hufeisen sprengt alle Dimensionen

Aachen. Mit einer handwerklichen Top-Leistung will Metallbauermeister Walter Heinrichs in das Guinness-Buch der Rekorde eingehen. Der Simmerather Betriebsinhaber und fünf Kollegen schmiedeten am ersten November-Sonntag auf dem Aachener Marktplatz ein 1,50 mal 1,56 Meter großes Hufeisen. Nun wird geprüft, ob es tatsächlich das größte der Welt ist.

Hunderte Zuschauer verfolgten die packende Schmiede-Show vor dem historischen Rathaus der Kaiserstadt. Immer wieder kamen neue Gruppen von Passanten vorbei und schauten Heinrichs und seinem Team zu. Sie ließen sich begeistern von der Arbeit der harten Kerle, die viel Geschick und Kraft erfordert.

Leider hielt der angekündigte Vertreter der Guinness-Buch-Organisation nicht Wort; er hatte zuvor einen Termin in der Türkei und kam nicht mehr nach Aachen. Ob die Bedingungen für den Eintrag wirklich erfüllt sind, muss in Heinreichs´ Werkstatt noch geprüft werden.

Mit der Aktion wollte der Metallbauermeister, der bereits den größten Nagel der Welt geschmiedet hat, die Leistungsfähigkeit des Handwerks demonstrieren. Amboss, Esse und die beiden aufgestellten Zelte, in denen Glühwein kredenzt wurde, waren dekoriert mit Plakaten und Aufklebern der bundesweiten Imagekampagne des deutschen Handwerks.

Rund zehn Stunden war die Heinrichs-Crew am Werk, bis das Riesen-Hufeisen fachgerecht aus einem Stück Flacheisen geschmiedet war. Kein Element der zehnmal kleineren Originale durfte fehlen - weder die Krampen noch die Löcher für die Nägel, die für einen festen Sitz am Pferdehuf sorgen.

Das handwerkliche Meisterstück soll jetzt meistbietend versteigert werden und später einen würdigen Platz im Aachener Reitstadion finden. Der Erlös der Schmiede-Show dient einem guten Zweck: Er wird an das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten fließen.

06.11.10

Kammer verleiht goldene und silberne Verdienstnadeln - Anerkennung für langjährigen Einsatz in der Berufsausbildung

Düren. Mit großem persönlichem Einsatz sichern Ausbildungsmeister und Berufsschullehrer das fachliche Niveau des Nachwuchses im regionalen Handwerk. Ihnen ist es mit zu verdanken, dass die Gesellinnen und Gesellen nach ihrer Prüfung eine Karriere mit Lehre starten können.

Als Zeichen der Anerkennung verleiht die Handwerkskammer für die Region Aachen goldene und silberne Verdienstnadeln an Persönlichkeiten, die sich über Jahre hinweg tatkräftig engagiert haben, zum Beispiel als Mitglieder der Prüfungsausschüsse. Bei der Herbst-Vollversammlung im Kreishaus Düren überreichten Kammerpräsident Dieter Philipp und Hauptgeschäftsführer Ralf W. Barkey die Auszeichnungen.

Verdienstnadeln in Gold:

  • Friseurmeisterin Karla Alexander, Erkelenz;
  • Gas- und Wasserinstallateur, Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister Barthel Bauer, Kreuzau;
  • Bäcker Heinz-Peter Bohlem, Hürth;
  • Orthopädie-Schuhmacher Peter-Josef Effenberg, Stolberg;
  • Schlossermeister Erich Span, Herzogenrath;
  • Friseurmeisterin Waltraud Strang, Stolberg;
  • Oberstudienrat Willibert Witten, Simmerath.

Verdienstnadeln in Silber:

  • Elektroinstallateurmeister Hans-Jürgen Bohlen, Aachen;
  • Studiendirektor Ernst Bosten, Jülich;
  • Buchbinder Günter Braun, Aachen;
  • Friseurmeisterin Helga Braun, Euskirchen;
  • Maler- und Lackierermeister Horst Engel, Eschweiler;
  • Maler- und Lackierermeister Paul Frauenrath, Herzogenrath;
  • Studiendirektor Udo Gebauer, Raeren-Lichtenbusch;
  • Karosserie- und Fahrzeugbauermeister Axel Gier, Aachen;
  • Karosserie- und Fahrzeugbauermeister Joachim Günther, Kreuzau;
  • Oberstudienrat Marek Gurski, Düren;
  • Studienrätin Gabriele Güttler, Düren;
  • Maler- und Lackierermeister Karl-Heinz Heiden, Inden;
  • Oberstudiendirektor Reinhard Hentrup, Aachen;
  • Kfz-Mechanikermeister Wolfgang Hill, Roetgen;
  • Tischlermeister Devid Hörnchen, Schleiden;
  • Maler- und Lackierermeister Karl-Heinz Janssen, Übach-Palenberg;
  • Friseurmeisterin Alexa Joel, Düren;
  • Karosserie- und Fahrzeugbauermeister Werner Kelzenberg, Stolberg;
  • Elektroinstallateurmeister Willibert Merzbach, Euskirchen;
  • Kfz-Mechaniker Gerd Matthias Nießen, Nettersheim;
  • Studienrätin Jutta Schultheiß, Jülich;
  • Studiendirektor Peter Siegmund, Aachen;
  • Oberstudienrat Matthias Sommer, Alsdorf;
  • Oberstudienrat Wolfgang Thimm, Aldenhoven;
  • Oberstudienrätin Martina Uerdingen, Aachen;
  • Friseurmeister Ludger Uerlings, Düren;
  • Fleischermeister Peter Viehöver, Niederzier;
  • Oberstudienrat Bernd Vogel, Roetgen;
  • Richter Heino Vogelbruch, Herzogenrath;
  • Friseurmeister Horst Wahlen, Düren;
  • Bäckermeisterin Isolde Zentis, Alsdorf;
  • Gas- und Wasserinstallateurmeister Ludwig Ziemons, Aachen.

05.11.10

Handwerkskammer Aachen: Vollversammlung beruft Geschäftsführer - Stoffels leitet Abteilungen Recht, Handwerksorganisation und Berufsbildung

Düren/Aachen. Die Vollversammlung der Handwerkskammer für die Region Aachen hat Rechtsanwalt Georg Stoffels zum Geschäftsführer berufen. Im April kommenden Jahres übernimmt er die Leitung der Abteilungen Recht, Handwerksorganisation und Berufsbildung.

Seit November 1999 steht der 46-Jährige im Dienst der Kammer. Zunächst war er als Rechtsberater für die 15.800 Mitgliedsunternehmen tätig, dann wurde er stellvertretender Dezernent der Abteilungen Recht und Handwerksorganisation und Justitiar der Kammer. In diese Funktionen brachte Stoffels seine Erfahrungen als Referent für Recht und Berufsbildung ein, die er beim Bundesverband Rollladen und Sonnenschutz in Bonn gesammelt hatte.


Nach dem Abitur verpflichtete sich der gebürtige Duisburger, der in Düren aufgewachsen ist, als Zeitsoldat beim Militärmusikdienst der Bundeswehr. Danach studierte er Jura an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und absolvierte seine Referendarzeit am Landgericht Aachen.

Kammerpräsident Dieter Philipp und Hauptgeschäftsführer Ralf W. Barkey gratulierten Stoffels zu der Wahl. Mit dem Eintritt des Volljuristen in die Geschäftsführung wird zugleich eine organisatorische Straffung der Kammer einhergehen. Sie verfügt in Zukunft über drei Dezernate, die sich um die Erfüllung der hoheitlichen Aufgaben, die Beratung der Mitgliedsbetriebe und die Aus- und Weiterbildung der Betriebsinhaber und Beschäftigten kümmern.